Brache bald unter Milieuschutz?

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Eine wüste Fläche erstreckt sich unverändert dort, wo einst sechs kleine Häuser der ersten Bebauung Eppendorfs standen. Das Gebiet soll nun städtebauliches Erhaltensgebiet – also unter Milieuschutz gestellt werden Foto: Hanke

Erhaltungsverordnung in Eppendorfer: Für alten Dorfkern kommt sie zu spät

Von Christian Hanke
Eppendorf/Winterhude
Große Aufregung herrscht noch immer in Eppendorf über den Abriss der Häuser aus der ersten Bebauung des Stadtteils an der „kleinen“ Eppendorfer Landstraße hinter dem Eppendorfer Marktplatz, insbesondere über das Eckgebäude in der Martinistraße, das das Restaurant „Tre Castagne“ beherbergte. Jetzt soll das Plangebiet Eppendorf I, das sich vom Eppendorfer Marktplatz bis zum nördlichen Ende der Erikastraße erstreckt, als ein städtebauliches Erhaltungsgebiet geschützt werden. Zu spät für das Tre Castagne und seine Nachbarhäuser. Städtebauliche Erhaltungsgebiete dienen dem Erhalt städebaulicher Eigenart und sollen den Verlust städtebaulich wertvoller Objekte verhindern. Der Rückbau, die Änderung oder die Nutzungsänderung baulicher Anlagen in städtebaulichen Erhaltungsgebieten bedürfen einer gesonderten Genehmigung, auch wenn das geltende Planrecht diese Vorhaben zulässt. Ob ein Bauvorhaben allerdings genehmigt wird oder nicht, wird im Verfahren über jede einzelne Baugenehmigung geprüft. Nach Einschätzung der Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Hamburg-Nord wäre der Abriss des Tre Castagne allerdings auch aufgrund der vielen über die Jahre vorgenommenen Veränderungen und des „desolaten Gesamtzustandes“ nicht zu vermeiden gewesen, auch wenn die städetbauliche Erhaltungsverordnung für das Plangebiet Eppendorf I schon gegolten hätte. Gleich gegenüber an der Eppendorfer Landstraße entlang der kleinen Grünanlagen gilt die Erhaltungsverordnung schon. Die ersten fünf großen Etagenhäuser genießen den besonderen Schutz der Verordnung.

Kommentar: Einzelne Häuser nicht schützenswert?
Frohe Botschaft: Eppendorfs Mitte, rund um den Eppendorfer Marktplatz, wird als städtebauliches Erhaltungsgebiet geprüft. Das war bereits vor einigen Jahren im Rahmen eines Bebaungsplanverfahrens vorgesehen. Der alte Dorfkern mit der ersten Bebauung sollte geschützt werden. Schön, dass das nun endlich klappen könnte. Zwischen dem ersten Plan und der begonnenen Umsetzung jetzt ist nur einiges passiert. Die erste Eppendorfer Bebauung ist zu einem großen Teil gar nicht mehr da. Abgebrochen, weil jedes einzelne Haus nicht schützenswert war. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. (Christian Hanke)
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