Brücke zwischen Jung und Alt

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Schulmediatoren genießen Respekt und Anerkennung: Renate Schirmer-Schweigmann und Inge Maria Dinse mit Schützlingen Foto: SiS/wb
 
Investieren in die Zukunft: Seniorpartner Renate Schirmer-Schweigmann, Andreas Klaus und Inge Maria Dinse Foto: Haas

Die ehrenamtlichen Seniorpartner als Mediatoren in Schulen

Rotherbaum Als Angehörige der Generation 55plus könnten sie sich zurücklehnen und ihren Ruhestand genießen. Aber Inge Maria Dinse, Andreas Klaus und Renate Schirmer-Schweigmann wollten mehr: Seit Jahren begleiten sie ehrenamtlich Schulkinder von sechs bis 13 Jahren in ihrer Entwicklung, bei Konflikten und Streitigkeiten bieten sie ihre Vermittlung an. „Oft reicht zur Schlichtung schon das Szenario für die streitenden Parteien, in dem sie ihren Standpunkt endlich einmal ungestört vortragen können.“ sagen die drei „Seniorpartner“. Ihre Vermittlungsarbeit – oder Mediation – sei ein wichtiger Beitrag zu einer besseren Streitkultur und zur Gewaltprävention an Schulen. Den freiwilligen Dienst versehen sie in ganz Hamburg auf Anfrage. Seit knapp fünf Jahren gibt es die „Seniorpartner in School“ (SiS) mit Sitz in Rotherbaum. Maria Dinse und Renate Schirmer zählen zu den Gründungsmitgliedern. Der Anglizismus verdanke sich dem Konzept aus den USA. Die Kinder störe er nicht; als „die SiSler“ genießen sie deren Respekt und Anerkennung. Auch den Lehrern machen die SiSler keine Konkurrenz. Denn in Sachen Unterricht mischen sie sich höchstens indirekt ein: Bei Konflikten atmen betroffene Lehrkräfte eher auf, wenn sich die Seniorpartner um die „Störer“ in einem gesonderten Raum kümmern.

Lehrer unterstützen


Was ist das Motiv für ihr Ehrenamt? Renate Schirmer-Schweigmann, früher berufstätig als Diplom-Psychologin und Mutter von drei Jungs, hat beruflich nie mit Kindern gearbeitet. „Wahrscheinlich brauchte ich erst eine gewisse Reife dazu“, sagt sie. Jetzt begeistert sie ihre Arbeit mit Schulkindern: „Es zählt schon unsere Präsenz und unsere Bereitschaft zuzuhören. Dabei kommt auch so viel zurück.“ Andreas Klaus nickt zustimmend, auch er schätzt im Ruhestand seinen Umgang mit den Kids. Der Vater von zwei erwachsenen Töchtern hat früher zwar auf Lehramt studiert, widmete sich danach beruflich der technischen Zeitungsproduktion in einem großen Verlag in Hannover. Und Inge Maria Dinse, Rechtsanwältin im Ruhestand, war an zunächst an Mediation interessiert. Die Brücke zur Schule kam über den Kontakt mit den Kindern ihrer Stieftochter. „Wenn ich mich nicht darum kümmere, was die Kleinen bewegt, verpasse ich was“, erklärt sie ihre Motivation.
Zusammen mit anderen freiwilligen Seniorpartnern ist das Trio bislang vornehmlich an Grund- und Stadtteilschulen aktiv, „obwohl Gymnasien und Schulen in den ‚nobleren‘ Stadtteilen unseren Einsatz sicher auch brauchen könnten.“ Dabei überwinden die Seniorpartner die Skepsis der Lehrkräfte schnell. „Wir nehmen ja niemandem die Arbeit weg“, so die drei SiSler einhellig. Denn Lehrer hätten zu oft gar nicht die Zeit, Konflikte unter den Kindern aufzugreifen. Oft seien sie überfordert, vor allem auch in multikulturell besetzten Schulklassen.

Weitere Seniorpartner gesucht: Wer macht mit?


Wer sich engagieren möchte, ist als Mitstreiter bei SiS herzlich willkommen. Bevor Seniorpartner – grundsätzlich in Zweier-Teams – in Schulen an wöchentlich ein bis zwei Tagen aktiv werden können, absolvieren sie eine Weiterbildung in Schulmediation. (wh)

Nächster Info-Abend ist am 17. März, Anmeldung unter 45 62 20 oder inge.dinse@hamburg.de
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