Bündnis für Flüchtlingshilfe

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Das sind einige der Vertreterinnen und Vertreter, die sich im Bündnis Hamburger Stiftungen engagieren Foto: Grewe
 
Ansgar Wimmer, Vorsitzender der Alfred-Toepfer- Stiftung, hatte die Idee für Fonds „Flüchtlinge & Ehrenamt“ Foto: Grewe

20 Hamburger Stiftungen gründen gemeinsamen Fonds zur Unterstützung

Hamburg Zirka 20.000 Flüchtlinge leben in Hamburg und es werden jedes Jahr mehr. Die Not dieser Menschen, die sich in einer wildfremden Umgebung zurechtfinden müssen, ist groß. Riesengroß ist aber auch die Hilfsbereitschaft vieler Menschen in der Hansestadt, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und ihre Familien engagieren.
„Rund 2.000 Hamburger setzen sich ehrenamtlich für Flüchtlinge ein“, resümiert Jan Pörksen, Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration kürzlich anlässlich der Pressekonferenz zur Gründung des Fonds „Flüchtlinge & Ehrenamt“ in der Bürgerstiftung Hamburg. Für alle Anwesenden ist diese Veranstaltung ein deutliches Signal, wie groß die Welle der Hilfsbereitschaft für die Bedürftigen aus anderen Ländern ist. Die Öffentlichkeit wurde von Johanna von Hammerstein, Vorsitzende der Bürgersstiftung Hamburg darüber informiert, dass sich insgesamt 20 Stiftungen zu einem gemeinsamen Fonds zusammengeschlossen haben, in den bereits jetzt 150.000 Euro von den Stiftungen eingezahlt wurden. Ziel des Fonds „Flüchtlinge & Ehrenamt“ ist es, eine unkomplizierte und schnelle finanzielle Unterstützung für freiwillig Engagierte zu leisten.
Kaum zu glauben: Innerhalb von nur zwei Monaten wurde der Fonds „Flüchtlinge & Ehrenamt“ von dem Bündnis Hamburger Stiftungen auf die Beine gestellt. „Wir sind beeindruckt, wie aufgeschlossen und großzügig die Stiftungen auf unsere Anfragen reagiert haben, manche innerhalb von wenigen Stunden. Alle großen Stiftungen sind dabei, darauf sind wir stolz“, verkündet Johanna von Hammerstein. Die Idee dazu, dass Engagement vieler Bürger in der Hansestadt auch finanziell zu unterstützen, hatte Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der
„Alfred-Toepfer-Stiftung F.v.S.“: „Durch meine Kinder, die auf das Gymnasium Oberalster gehen, kam es zum Kontakt zu Flüchtlingsfamilien in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das führte ihnen und mir erschreckend deutlich vor Augen, wie dringend schnelle und unbürokratische Hilfestellung notwendig ist. Das soll der neue Fonds leisten.“
Koordiniert wird der Fonds von der Bürgerstiftung Hamburg. Hier werden die Anträge von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern gesammelt, begutachtet und über Förderungen beraten. Von Hammerstein: „Ein Beirat wird laufend und zeitnah über eine Unterstützung entscheiden. Eine Förderung ist denkbar für alles, was neben dem zeitlichen Engagement an Kosten entsteht, so zum Beispiel die Übernahme von HVV-Tickets für einen gemeinsamen Ausflug oder die Materialkosten für eine gemeinsame Werkstatt oder Deutschkurse.“ Es können Summen zwischen 100 Euro bis in der Regel 1.000 Euro beantragt werden. Allerdings wird kein Projekt auf Dauer gefördert. Förderungswürdig ist jegliches Engagement, das dafür sorgt, dass Flüchtlinge am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. „Bildung, Beschäftigung, Qualifizierung von Flüchtlingen ist ganz wichtig“, so von Hammerstein. „Noch wissen wir nichts genaues über das Zahl der Förderanträge“, stellt Ansgar Wimmer fest. Aber da einige Stiftungen schon angekündigt haben, Geld nachzuschießen, kann man wohl sehr hoffnungsvolle Erwartungen in den neuen unbürokratischen Fonds setzen.“ Und der Staatsrat ist sich auch sicher, dass demnächst neue Stiftungen in den gemeinsamen Fonds einzahlen werden: „Schließlich ist die Hansestadt Hamburg Deutschlands Stiftungshauptstadt.“ Insgesamt 1.302 Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von rund 7,8 Milliarden Euro haben hier ihren Sitz. Natürlich sind nicht nur Stiftungen, sondern auch private Förderer herzlich willkommen, in den Fonds zu spenden. Von Seiten des Hamburger Senats wird der Fonds mit großem Wohlwollen begrüßt. Staatsrat Jan Pörksen: „Ich danke Ihnen ganz herzlich für den schnellen Zusammenschluss und das zupackende Engagement so vieler Hamburger Stiftungen. Wir erleben, dass ganz viele Menschen helfen wollen und wir bereits eine gute Willkommenskultur haben. Dieses Angebot hilft, die Ehrenamtlichen weiterhin zu motivieren und ihre Arbeit wertzuschätzen.“ (eg)

Die Anträge und Spendenformular sind auf der Homepage der BürgerStiftung Hamburg zu finden unter www.buergerstiftung-hamburg.de
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 05.04.2015 | 11:07  
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