Bürger bangen um Aldi

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Klein, aber beliebt unter Anwohnern: die Aldi-Filiale an der Borsteler Chausse Foto: Haas

Filiale an Borsteler Chaussee schließt nach 30 Jahren. Anwohner fassungslos

Von Waltraut Haas
Groß Borstel
Die kleine Aldi-Filiale an der Borsteler Chaussee schließt nach 30 Jahren. Die Fläche ist laut Aldi Nord Verkaufsleiter Tobias Heinbockel zu klein für ein neues Filialkonzept. Viele Anwohner und Kunden des Marktes wissen noch nichts von der bevorstehenden Schließung, dabei soll die Filiale schon zum Ende des Monats dicht gemacht werden. Eine Wochenblatt-Leserin informierte die Redaktion des Hamburger Wochenblattes. Die Mitarbeiter des Marktes werden auf andere Hamburger Filialen des Discounters verteilt, sagen die Angestellten des Borsteler Marktes. Sie bedauern die Schließung. Ein Hinweisschild sei in Arbeit und soll die Kundschaft demnächst informieren. „Ich hatte so gehofft, dass Aldi bleibt.“ sagt eine Passantin, gerade mit ihrem Hund auf der Gassirunde. „Wenn die wegen Platzmangel dicht machen, hätte sich doch eine Erweiterung auf dieses verwaiste Nachbargrundstück angeboten.“ Sie deutet auf das leerstehende Haus, dort schloss im vergangenen Sommer das portugiesische Restaurant Alfama. So veröde die Mitte von Groß Borstel zusehends, befürchtet sie. Nur ein kleiner Edeka-Laden liegt noch in der Nähe. Und viel weiter entfernt, vor der Kreuzung zur Deelböge, gibt es einen Rewe-Supermarkt. Weitere Kunden gesellen sich jetzt zu ihr, sie werden unangenehm überrascht von der Nachricht. „Aldi muss bleiben, den brauchen wir doch.“ sagen Erika und Bernhard Albers fordernd, bevor sie weitergehen zu ihrem Kleingarten. Evelyn Trost hat gerade Stiefmütterchen erstanden. Auch sie ist bestürzt, als sie von der Aldi-Schließung erfährt. „Das macht mich richtig traurig. Denn ich wohne hier in der Nähe und bin doch Stammkundin.“ Für sie werde es schwierig, weiter entfernt einzukaufen. Ihr Mann sei gehbehindert, also müsse sie die Einkäufe alleine erledigen. „Schwere Sachen schiebe ich schon mal mit dem Aldi-Einkaufswagen bis vor die Haustür,“ sagt sie.
Vor dem Ladenausgang verbreitet sich die Nachricht jetzt wie ein Lauffeuer: Auch andere Kunden wollen „ihren Aldi“ behalten. „Die da oben nennen es bestimmt unwirtschaftlich. Und das, obwohl wir alle hier ganz hübsche Summen lassen,“ vermutet ein Anwohner. Eine Nachbarin fragt sich, ob man mit einer Unterschriften-Aktion noch etwas gegen die Schließung unternehmen könnte?
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