Bürger planen Braamkamp

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Der Braamkamp soll auch nach dem Umbau vierspurig bleiben. Womöglich wird es breite Radwege auf der Nebenfläche geben (rot eingefärbt) Foto: Flüß
 
Insgesamt vier Planungsvarianten stellte der LSBG vor Foto: Flüß

Info-Abend: Umbau ab 2017. LSBG plant „Vorzugsvariante“ mit Anwohnerwünschen

Von Miriam Flüß
Winterhude
Die Straßendecke des vierspurigen Braamkamp ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Dies nimmt der Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) zum Anlass zu einer Überplanung der gesamten Strecke zwischen Alsterdorfer Straße und Jahnring. Denn auch die Radwege sind in einem „desolaten Zustand“ so Ingenieur Daniel Reinke vom Ingenieurbüro Münster, das mit der Planung betraut wurde. Aber auch die Anwohner sollen einbezogen werden, denn Ziel sei es, Verbesserungen für alle Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Deshalb fand am vorigen Dienstag in der Paul-Gerhardt-Kirche „in einem sehr frühen Stadium“, wie Projektleiterin Heinke Wiemer vom LSBG betonte, eine erste Informationsveranstaltung statt. Das Ingenieurbüro Münster hatte aber schon einmal vorgearbeitet: Vier mögliche Varianten für die Gestaltung des Braamkamps präsentierte Daniel Reinke dem Publikum und machte zunächst mit dem Ist-Zustand bekannt: rund 47.000 Kraftfahrzeuge passieren täglich die vierspurige Straße mit den drei Kreuzungen. Gesäumt ist der Braamkamp von 112 Parkplätzen und 131 Straßenbäumen. Um letztere sorgten sich zahlreiche Anwohner – zu Recht, wie in den Ausführungen klar wurde. Zwischen 25 und 31 Bäume müssen je nach Variante gefällt werden. Viele von ihnen hätten nach Angabe der Abteilung Stadtgrün aufgrund von Alter oder Krankheit aber sowieso weichen müssen, so Reinke. Alle Bäume sollen nachgepflanzt werden.
In allen vier möglichen Planungen bleibt der Braamkamp vierspurig. Variante eins sieht Radwege auf der Nordseite (vom Stadtpark kommend) und der Südseite vor. Hier müssten die wenigsten Bäume, dafür die meisten Parkplätze weichen. Ein gravierender Nachteil sei die schlechte Sichtbarkeit von Radfahrern beim Abbiegen, so Reinke. Variante zwei sieht auf der Nordseite einen Radfahrstreifen auf der Straße vor und auf der Südseite einen Radweg auf der Nebenfläche. Variante drei verlegt den Radweg auf die Nebenfläche der Nordseite und führt auf der Südseite den Radfahrstreifen auf der Straße Richtung Stadtpark. Da in dieser Planung mehr Bäume und Parkplätze als in Variante zwei erhalten werden könnte, sei diese vorzuziehen, fand Reinke. Variante vier schließlich sei mit beidseitigen Radfahrstreifen auf der Straße für Fahrradfahrer die sicherste. Allerdings würden sieben Parkplätze verloren gehen und es müssten 31 Bäume weichen, für die es 35 Neupflanzungen gäbe. „Für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer ist Variante vier am besten. Da aber zu viele Parkplätze wegfallen, ist Variante drei unser Favorit“, schloss Reinke. Die Anwohner wurden aufgefordert, ihre Wünsche und Anregungen auf den zu Beginn ausgeteilten Fragebogen abzugeben. Hoffnungen auf einen ruhigeren Braamkamp, die einige Anwohner äußerten, wurden jedoch gleich zunichte gemacht: „Der Schallschutz ist nicht Aufgabe des LSBG“, erklärte Heinke Wiemer. Anhand der Anmerkungen der Anwohner soll nun eine Vorzugsvariante entwickelt werden, die öffentlich im Ausschuss des Bezirksamtes Hamburg Nord vorgestellt wird. Die Leitungsarbeiten sollen 2017 beginnen, 2017/2018 sollen die Baumaßnahmen starten, die abschnittweise beginnend am Knotenpunkt Alsterdorfer Straße durchgeführt werden sollen. Die Bauzeit schätzt Reinke auf ein Jahr, Umleitungen werden mit der Polizei abgestimmt.

Fragen und Anregungen: Heinke Wiemer, Telefon 428 26 – 2356 oder heinke.wiemer@lsbg.hamburg.de
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