Bundestagswahl 2017: Für wen die Erststimme?

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Das Hamburger Wochenblatt stellt die Direktkandidaten aus Hamburg-Nord für den 19. Deutschen Bundestag vor Symbolfoto: thinkstock
 
Robert Bläsing, (34), ist Verwaltungsbeamterund lebt in Langenhorn Foto: wb

Das Hamburger Wochenblatt stellt die Direktkandidaten aus Hamburg-Nord für den 19. Deutschen Bundestag vor

Hamburg-Nord Am 24. September 2017 wählen Sie den 19. Deutschen Bundestag. Damit bestimmen Sie, wer künftig in Deutschland regiert. Und das geschieht nach dem Prinzip der sogenannten personalisierten Verhältniswahl. Das heißt: Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Eine für die Partei im jeweiligen Bundesland, und eine für die jeweiligen Kandidaten für ein Direktmandat in den insgesamt 299 Wahlkreisen deutschlandweit. Politik wird immer von Menschen gemacht. Und diese Menschen, die sich in Ihrem Wahlkreis in Hamburg um Ihre Erststimme bemühen, wollen wir vorstellen. Allen haben wir dieselben Fragen gestellt. Den Auftakt machen die Kandidaten der Linken (Rainer Behrens), der AfD (Delphine Thiermann) und der FDP (Robert Bläsing).

Robert Bläsing von der FDP:

Wochenblatt: Warum haben Sie sich entschlossen, in die Politik zu gehen?
Robert Bläsing: Ich komme aus Ostdeutschland und bin zum Studium 2003 nach Hamburg gekommen. Damals war gerade die Schill-Koalition geplatzt und es gab Neuwahlen. Das fand ich spannend und dachte: Da mache ich mal mit. Ich hatte mich vorher schon für Liberalismus interessiert. Und nun war es Zeit, einzusteigen und mitzuhelfen.

WB: Welche politischen Erfolge haben Sie erreicht?
Bläsing: Ich bin seit acht Jahren Vorsitzender der FDP Hamburg-Nord, war dort drei Jahre in der Bezirksversammlung. Da kann man schon etwas bewegen. Dann war ich vier Jahre in der Bürgerschaft, u.a. im PUA Elbphilharmonie. Natürlich ist es manchmal frustrierend, dass Anträge abgelehnt werden. Man versucht dann, über die Medien Aufmerksamkeit für Themen zu schaffen. Opposition ist genauso wichtig wie Regierung.

WB: Was sind aktuell die wichtigsten Probleme in Ihrem Wahlkreis?
Bläsing: Der Wahlkreis ist vielschichtig. Radwege sind ein Dauerthema und überhaupt die Verkehrssituation. Wichtig im Wahlkreis ist der Fluglärm, das ist auch eine Dauerbaustelle.

WB: Wenn Sie gewählt werden würden, was wäre ihre erste politische Initiative im Bundestag?
Bläsing: Wir wollen als FDP einen effizienten und schlanken Staat. Da kann man auch bei den Bundesbehörden viel modernisieren. Wir haben eine gute Einnahmesituation. Ich würde sehen, wie man Effizienzsteigerung auch beim Bund hinbekommt. In Hamburg achtet man mehr darauf.

Delphine Thiermann von der AfD:

Wochenblatt: Warum haben Sie sich entschlossen, in die Politik zu gehen?
Delphine Thiermann: Der Hauptgrund ist: Man wählt eine Partei oder einen Direktkandidaten und hat doch immer das Gefühl, dass man übergangen wird. Dass die Wahlversprechen nicht eingehalten werden. Mich hat auch gestört, dass der Bürger sich nicht aktiv beteiligen kann. Volksentscheide werden oft übergangen, wie bei Asklepios.

WB: Welche politischen Erfolge haben Sie erreicht?
Thiermann: Ich bin ja noch nicht so lange dabei. Zu mir sind aber schon oft Leute gekommen, um mir zu sagen, sie finden es toll, was ich mache und mein Gesicht hinhalte. Einige haben sich bedankt, dass ich Sprachrohr spiele. Das ist mir sehr wichtig.

WB: Was sind aktuell die wichtigsten Probleme in Ihrem Wahlkreis?
Thiermann: Dadurch, dass so viele Fahrradwege gebaut werden, werden sehr viele Parkplätze vernichtet. Die Autos werden aber ja nicht weniger. Viele parken dann in zweiter Reihe. Ich hätte eine Sanierung der Radwege besser gefunden. Aber überall Fahrradstraßen und Radwege zu bauen, das finde ich eher schwierig.

WB: Wenn Sie gewählt werden würden, was wäre ihre erste politische Initiative im Bundestag?
Thiermann: Für die AfD ist die Innere Sicherheit ein wichtiges Thema. Etwa, dass die Polizei wieder aufgestockt wird. Man hat die Polizei kaputt gespart, die Kriminalität ist aber gestiegen. Und da braucht man wieder eine stärkere Polizei. Ich bin aber nicht für einen Polizeistaat.

Rainer Behrens von den Linken:

Wochenblatt: Warum haben Sie sich entschlossen, in die Politik zu gehen?
Rainer Behrens: Erstmal habe ich Politik gemacht in jungen Jahren, 1968 und in den 70ern. Dann war ich im Beruf. Als sich Anfang der 2000er durch den Zusammenschluss von WASG und PDS im linken Bereich eine neue Perspektive auftat, bin ich so reingeschliddert. Dann war ich gleich Sprecher im Ortsverband und dann ging das so weiter.

WB: Welche politischen Erfolge haben Sie erreicht?
Behrens: Mein Bereich Alstertal/Walddörfer ist nicht das klassische Betätigungsfeld für die Linke, sollte man denken. Dennoch hat sich dort in den letzten zehn Jahren ein sehr stabiler Ortsverband etabliert. Wir haben unsere Stimmergebnisse mehr als verdoppelt. In der Bezirksversammlung sind wir mit mehr Abgeordneten vertreten. Das ist ein Erfolg.

WB: Was sind aktuell die wichtigsten Probleme in Ihrem Wahlkreis?
Behrens: Ein spezielles Problem ist der Fluglärm, vor allem in Langenhorn, Alsterdorf und Fuhlsbüttel sowie angrenzenden Stadtteilen. Ansonsten ist Wohnungsnot die Nummer eins, dass man keinen bezahlbaren Wohnraum findet. Und natürlich auch, dass sich überall eine gewisse Spaltung der Gesellschaft bemerkbar macht. Auch in Nord sind 30 Prozent der Bevölkerung von der Einkommensentwicklung abgehängt.

WB: Wenn Sie gewählt werden würden, was wäre ihre erste politische Initiative im Bundestag?
Behrens: Das ist so unwahrscheinlich, dass ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht habe. Ein generelles Nachtflugverbot sollte man vorantreiben. Das wichtigste ist eine neue Steuergesetzgebung für eine Umverteilung von oben nach unten.

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2 Kommentare
16
Michael Deiwick aus Eppendorf | 01.08.2017 | 18:24  
31
Anne Weißnich aus Barmbek | 04.08.2017 | 18:04  
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