Bundestagswahl 2017: Wer steht zur Wahl?

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Das Hamburger Wochenblatt stellt die Direktkandidaten aus Hamburg-Nord für den 19. Deutschen Bundestag vor Symbolfoto: thinkstock
 
Für die Grünen: Anja Hajduk, 54, Psychologin, lebt in Winterhude Foto: wb
 
Für die SPD: Dorothee Martin, 39, arbeitet bei einem Wohnungsunternehmen, lebt in Ohlsdorf Foto: wb

Das Hamburger Wochenblatt stellt die Direktkandidaten von SPD, CDU und Grüne aus Hamburg-Nord für den 19. Deutschen Bundestag vor



Von Rainer Glitz
Hamburg
Der Landeswahlausschuss hat 16 Parteien für die Bundestagswahl am
24. September zugelassen. Das gilt auch für deren Landeslisten und die Direktkandidaten in den sechs Hamburger Wahlkreisen. Damit können jetzt die Stimmzettel gedruckt werden. Diese werden bereits ab dem 15. August an alle verschickt, die schon die Briefwahl beantragt haben. Das ist online unter der Adresse www.hamburg.de/briefwahl möglich. Ab dem 21. August werden die Wahlbenachrichtigungen verschickt. Darin enthalten ist ein Formular, mit dem die Briefwahl auch per Post beantragt werden kann. Damit Sie wissen, wer zur Wahl steht, stellt das Wochenblatt die Kandidaten vor. Diesmal von CDU (Christoph Ploß), SPD (Dorothee Martin) und Grünen (Anja Hajduk).

Wochenblatt: Warum haben Sie sich entschlossen, in die Politik zu gehen?
Dorothee Martin: Politik ist meine Leidenschaft. Und Hamburg ist meine große Liebe, ich brenne sehr für diese Stadt und ihre Menschen. Die Stadt voranzubringen und mit zu gestalten, das mache ich seit 19 Jahren. Zuerst auf kommunaler Ebene, dann auf Bürgerschaftsebene. Und wenn mich die Wähler unterstützen, von Berlin aus.

Ploß: Ich glaube, dass die Demokratie und unsere Gesellschaftsform auf Dauer nur stark sind und auch existieren können, wenn sich Leute in der Politik einbringen. Wir brauchen Bürger, die sich politisch für unsere Gesellschaft engagieren.

Hajduk: Ich habe mich, als ich bei den Grünen anfing, vor allem für Kulturpolitik interessiert. Ich habe dann gedacht, es ist auch richtig, sich in der Stadt in der man lebt, ein bisschen stärker zu engagieren. Die Entscheidung für die richtige Partei war schnell klar. Das waren die Grünen, weil die mich mit ihrer nachhaltigen, zukunftsgerichteten Politik auch als Wählerin schon überzeugt hatten.

WB: Welche politischen Erfolge haben Sie erreicht?
Martin: Ich bin im Bereich Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr tätig. Ich habe an allen Konzepten des Wohnungsbaus mitgearbeitet. Konkret habe ich den Bürgervertrag Klein Borstel geschrieben und mit verhandelt. Und ich habe maßgeblich an dem Gesetz zur Kultur- und Tourismustaxe gearbeitet. Durch diese Abgabe haben wir jetzt 13 Millionen Euro mehr im Topf pro Jahr, die wir wieder für die Stadt einsetzen können.

Ploß: Ich habe bisher sehr stark den Bereich Verkehrs- und Umweltpolitik als Bezirksabgeordneter betreut. Dort habe ich die Standpunkte der CDU zum unsinnigen rot-grünen Busbeschleunigungsprogramm und den ebenfalls unsinnigen rot-grünen Fahrradstraßen an der Außenalster vertreten. Beides sind aus Sicht der CDU Schildbürgerstreiche. Ich habe mich dafür ausgesprochen, dass diese Millionenausgaben nicht kommen und stattdessen in die Sanierung unserer Straßen, Schienen, Rad- und Gehwege investiert werden. Auch habe ich in der Vergangenheit Initiativen zur Verbesserung der Sauberkeit in unserer Stadt ins Leben gerufen.

Hajduk: Wir haben es als Grüne geschafft, Verantwortung zu übernehmen für eine lebenswerte Stadt. Wir haben zum Beispiel die Fahrradpolitik verbessert. Ich habe als Senatorin dabei mitgewirkt, etwa mit der Einführung der StadtRäder. Wenn ich über den Tellerrand blicke, haben die Grünen die Energiepolitik in Deutschland vom Kopf auf die Füße gestellt. Wir werden ein Land sein mit erneuerbaren Energien, und das ist wesentlich auf die Grünen zurückzuführen.

WB: Was sind aktuell die wichtigsten Probleme in Ihrem Wahlkreis?
Martin: Das ist zum einen das Thema Rente, zum anderen das Thema Radwege. Dazu kommen Verkehrsthemen, vor allem Barrierefreiheit, also der Umbau von Bahnhöfen. Das ist aber auch bezahlbarer Wohnraum und Wohnungsbau, auch die Frage, ob Hamburg noch grün bleibt. Aber auch Fragen wie: Wie sieht es aus mit Arbeit und Digitalisierung? Also etwa die Hälfte kommunalpolitische Fragen und die Hälfte die großen Linien, die dann die Bundespolitik behandeln muss.

Ploß: Ein Thema, das hier sehr viele bewegt, ist die innere Sicherheit – also beispielsweise Schutz vor Einbrüchen, dass wir mehr Polizisten brauchen, unsere Polizei politisch gestärkt wird und dass wir alle Formen von Extremismus bekämpfen. Letzteres gilt nicht nur für rechten oder islamistischen Terror, sondern auch für linksextremen Terror, wie wir Hamburger es zuletzt beim G 20-Gipfel spüren mussten. Das werden auch im Wahlkreis Nord/Alstertal im Bundestagswahlkampf sehr wichtige Themen sein, bei denen ich mich klar im Sinne eines starken Rechtsstaats positioniere.

Hajduk: Mit Blick auf Hamburg haben wir große Herausforderungen. Neben der Landespolitik, wo Bildung und Inklusion wichtig sind, müssen wir auch die Integration in unserer Stadt befördern. Hamburg hat sehr großzügig viele Flüchtlinge aufgenommen. Da geht es nicht nur um die Unterkunft, sondern die Integration durch Spracherwerb und Arbeit. Dafür braucht man eine gute Zusammenarbeit zwischen Bundespolitik und Hamburger Politik.

WB: Wenn Sie gewählt werden würden, was wäre Ihre erste politische Initiative im Bundestag?
Martin: Ich würde gern in den Ausschuss für Bauen, Wohnen, Umwelt und Reaktorsicherheit gehen. Vor Ort wäre mein Ansatz, kleine Stadtteilkonferenzen oder Gespräche regelmäßig anzubieten. Ich finde, die SPD muss auf jeder Ebene ansprechbar sein. Diesen Dialog im Wahlkreis würde ich sofort aufnehmen wollen, um die Themen nach Berlin mitzunehmen und umgekehrt auch zu berichten.

Ploss: Ein wichtiger Schwerpunkt wäre die Stärkung unserer inneren Sicherheit. Verkehrspolitisch würde ich mich dafür einsetzen, dass die bereits für Hamburg beschlossenen bundespolitischen Projekte zügig realisiert würden, z.B. der Ausbau der A26. Auch würde ich mich dafür einsetzen, dass die geplante U5 mit Bundesmitteln gefördert und damit langfristig für Hamburg realisiert wird.

Hajduk: Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in eine gestaltende Rolle kommen. Da müssten wir natürlich gucken, dass es zu einer guten Regierungsbildung kommt. Ich würde mich da als Mitglied des Vorstandes meiner Fraktion einbringen.

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