Bunkerabriss gestoppt

Anzeige
Momentan ist Stillstand am Bunker Poßmoorweg für die schweren und lauten Geräte Foto: wb

Nach Anwohnerbeschwerden: Bauaufsicht verordnet Stille am Poßmoorweg

Winterhude Unglaubliche 125 Dezibel habe er gemessen, erinnert sich ein Anwohner aus der Geibelstraße (Name ist der Redaktion bekannt) gegenüber dem Wochenblatt. Zulässig sind aber nur 55 Dezibel. Er hatte sich einen Schallpegemesser besorgt, weil er den Lärm kaum noch aushielt, der aus dem Poßmoorweg seit einigen Tagen zu ihm hinüber schallte. Der Anwohner informierte daraufhin die Bauaufsicht.
Die kam, maß und stoppte: Denn die Lärmemissionen überstiegen
bei weitem die zulässigen Werte und die Schutzmaßnahmen waren völlig unzureichend. Bei dem Termin stellte sich heraus, dass die genehmigten Abbruchpläne von der Baufirma und den Architekten geändert worden waren. Außerdem war die Auflage nicht erfüllt worden, regelmäßige Messdaten über die Lärmbelastung zu erheben, jederzeit überprüfbar zu machen und die Abbruchstelle mit Dämmplatten ausreichend zu schützen.
Die Bauaufsicht kritisierte daher das völlig unzureichende Gerüst und die nur an wenigen Stellen angebrachten Lärmschutzplatten. Die Seite, an dem der Abbruchhammer arbeitet, liegt völlig ungeschützt und der Schall dringt wie aus einem Trichter vom Poßmoorweg bis zum Heidberg, dem Goldbekufer und Moorfurthweg. Durch die Abbrucharbeiten ist außerdem ein großer frei liegender Schuttberg entstanden, der zu erhöhter Staubbelastung in der Umgebung führt.
Anwohner hatten auch bei der Fraktion Die Linke angerufen, die sich schon beim Abbruch des Bunkers an der Forsmannstraße für besseren Lärmschutz stark gemacht hatte. Karin Haas, Fraktionsvorsitzende der Linken und zuständig für Winterhude, dazu zum Wochenblatt: „Die Baufirma hat die Beschwerden der Anwohner ignoriert und einfach weiter gearbeitet. Erst durch massiven Druck der Nachbarschaft und uns ist die Bauaufsicht eingeschritten und hat den Abbruch gestoppt.“ Der Bunkerabriss im Poßmoorweg dürfe nur unter strengsten Auflagen fortgesetzt werden. Weitere Abrisse von Bunkern mitten im Wohngebiet, wie im Kuhnsweg, dürften nicht genehmigt werden, fordert Haas.
Bauherr ist die GFG Poßmoorweg GmbH mit Sitz am Goldbekufer. Deren Geschäftsführer Christoph Günther zeigt sich sehr einsichtig und versteht den Ärger der Anwohner. Er werde alles dafür tun, damit es zukünftig zu weniger Lärmbelastung käme, ein zehn Meter hohes Gerüst mit Dämm-Matten werde jetzt aufgestellt. „Ich habe außerdem die Hoffnung, dass wenn der Bagger im Inneren des Bunker ist, es dann ohnehin leiser wird“, so Günther. Mit der Weiterarbeit der von ihm beauftragten Abrissfirma rechnet er in der nächsten Woche.
Auch der umweltpolitische Sprecher der Bezirks-CDU, Bernd Kroll, kommentiert: „Wir begrüßen, dass auch der Bauherr hier Handlungsbedarf sieht und den Lärmschutz von sich aus weiter verbessern will. Gemeinsames Ziel ist es somit weiterhin, die mit dem Abriss des Bunkers verbunden Lärm- und Staubbelastungen so gering wie möglich zu halten.“ (ba)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige