CDU will Strom der Wildpinkler im Stadtpark kanalisieren

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So sieht es auf Londons Straßen aus: das portable Urinal Foto: Kroll/wb

Antrag für portable Urinale im Regionalausschuss. Rot-Grün hat Bedenken - auch im Sinne der Gleichstellung

Winterhude Schluss mit dem „Wildpinkeln“ im Stadtpark – das fordert die CDU Hamburg Nord und bringt am kommenden Montag, 8. Juni, im Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude eine neue Idee auf den Tisch: „Wir möchten portable Urinale aufstellen lassen“, sagt Philipp Kroll, mit 26 Jahren jüngster Bezirksabgeordneter in Hamburg-Nord. Im Rahmen eines Pilotversuches sollen rund um die Spielwiese im Hamburger Stadtpark mindestens vier Dixi-Urinale (jeweils für vier Personen) aufgestellt werden. Idealerweise so, dass diese direkt an bestehende Abflussleitungen angeschlossen werden können - so der Vorschlag des Studenten.
Neu ist die Idee nicht: Bei Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen, beispielsweise beim "Mud masters"-Hindernis-Event in Weeze waren baugleiche Steh-Pissoirs im Einsatz. Kroll ließ sich von einem London-Besuch inspirieren. Dort stehen an vielen Straßenecken solche Urinale - auf dass die Herren der Schöpfung sich nach einem Pub-Besuch nicht in jeder beliebigen Ecke erleichtern. „Ich bin ja im Sommer auch häufiger mal im Stadtpark zum Grillen und Bierchen trinken, weiß also aus eigener Erfahrung, dass Männer sich schnell mal in die Büsche schlagen, wenn die Blase drückt.“ Aber das belaste die Umwelt und zudem komme es immer wieder zu massiven Beschädigungen der Pflanzen. Biologin Katharina Schmidt vom Nabu bestätigt: „Es kommt auf jeden Fall zu enormen Trittschäden.“ Und der Boden werde mit Stickstoff angereichert. Das sei für einige Pflanzen schädlich, andere hingegen wie Brennesseln wuchern dann.

Skepsis bei Rot-Grün


Michael Schilf, grüner Sprecher für Winterhude, sagt zu dem Vorschlag: „Überall wo viele Menschen zusammenkommen, gibt es das Problem menschlicher Bedürfnisse. Ob in die Landschaft gestellte Plastiksäulen, an denen Männer urinieren, die Lösung darstellen, wagen wir zu bezweifeln. Die CDU geht in ihrem Antrag weder auf die Frage der Reinigung, die optische Wirkung, noch auf die entstehenden Kosten ein. Ganz zu schweigen davon, dass es sich hierbei um ein exklusives Angebot für Männer handelt. Dass sanitärer Handlungsbedarf auch in Parks besteht, ist offensichtlich.“ Ähnlich sieht es SPD-Mann Markus Hahn, der im Regionalausschuss sitzt. Er gibt den „Dixi-Uris“ im Stadtpark keine Chance.
Für Philipp Kroll wären die portablen Urinale nur „ein erster Schritt“, um den Strom der Wildpinkler in der großen Grünanlage zu kanalisieren. Denn eigentlich fehlen seiner Meinung nach generell öffentliche WC‘s im Stadtpark – für Männer und Frauen. (ba)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 05.06.2015 | 09:49  
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