Da ist jetzt Musik drin

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Deutlich sichtbar: Der Campus Nord an der Hebebrandstraße wurde zum Ausweichquartier für HfMT-Studierende Foto: Haas
 
Studenten bevölkern jetzt den „Campus Nord“ Foto: Haas

Hochschule für zwei Jahre im Campus Nord an der Hebebrandstraße

Winterhude/City-Nord Ohne Pauken, doch mit einem Stück für zehn Trompeten eröffneten Studierende der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) in der vorigen Woche unter großem Beifall das Sommersemester. Die 750 Studierenden werden für zwei Jahre zum großen Teil den „Campus Nord“ in der Hebebrandstraße 1 bespielen. Denn in ihrem Stammsitz am Harvestehuder Weg, Ecke Milchstraße stehen jetzt aufwändige Sanierungsarbeiten an.

Noch ist Improvisation gefragt


Schon vor einem Jahr bezogen die hier ansässigen Architekturstudenten der Hafencity Universität (HCU) von der Hebebrandstraße – ihrem Namen endlich gemäß – den Neubau an der Überseeallee. Der mit vier Gebäuden bestückte Campus Nord wurde inzwischen den Bedürfnissen der HfMT-Studierenden und -Mitarbeiter angepasst. Mit beim Umzug: über 100 Konzertflügel. Während die Studierenden sich schon in die Listen für Übungsräume eintragen, ist weiter die Improvisationskunst der Nachwuchstalente gefragt: Noch funktionieren die Telefonanschlüsse nicht, die Mensa ist geschlossen, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe fehlen.

„Kulturelle Akzente“


Dennoch optimistisch begrüßte HfMT-Präsident Prof. Elmar Lampson Studierende und Mitarbeiter im gut besetzten Foyer. Dem tatkräftigen Einsatz und der Umsicht der Kollegen sei zu verdanken, dass dieser „temporäre Umzug“ vom Albtraum schließlich doch noch zum raum werden könne. „Denn damit zeichnet sich auch eine Riesenchance für uns ab. Wir können in dem bedeutenden Wirtschaftsstandort City Nord kulturelle Akzente setzen.“ Immerhin vier HfMT-Konzerte in großen benachbarten Unternehmen stünden schon fest. „Zudem ist es eine fantastische Vision, wenn wir viele Besucher zu unseren Veranstaltungen anlocken könnten. Und ebenso können unsere Studierenden in den umliegenden Firmen auftreten, ich hoffe auf einen Boom von Konzerten.“ sagte Lampson zuversichtlich. „So wird aus dem zweijährigen Abstecher in die Hebebrandstraße für uns viel mehr als nur ein lästiges Intermezzo.“

Missklänge und Probleme bleiben


Trotz der Aufbruchstimmung seien eine Fülle von Problemen zu bewältigen, betonte der Hochschulpräsident. „Unsere Strukturen sind zerrissen. Wir sind über die ganze Stadt zerstreut. Ein Miteinander wird sehr schwer.“ Die HfMT-Verwaltung bleiben im Budge-Palais, Theaterakademie sowie das Kultur- und Medienmanagement residieren in Altona.
So müsse auch die Inszenierung und Vorstellung jeder Oper mit unglaublichen Provisorien arbeiten. Angesichts drastischer finanzieller Einsparungen sagte Lampson – mit einem deutlichen Seitenhieb auf die nach den Wahlen neu formierte Politik im Hamburger Rathaus: „Die Stadt bietet uns im Moment keine Perspektive. So kann es in Zukunft nicht weitergehen!“ Seine Eröffnungsrede abschließend erinnerte Elmar Lampson an die Menschen in den benachbarten Flüchtlingsunterkünften. „Sie bringen ihre Schicksale und Erwartungen, aber auch ihre Kulturen mit. Und damit eröffnen sich uns weitere Perspektiven und Aufgaben.“ Lehrende und Studierende hätten bereits mit zahlreichen Projekten begonnen. Passend dazu spielten und sangen „Tornado“ und „Adamski“ unter großem Applaus ihren rhythmischen Gig: zwei afrikanische Musiker aus Wohnunterkünften in der Nähe.

Neue Spielorte


Die HfMT-Nachwuchstalente geben ihrem Publikum auch weiterhin öffentliche Konzerte. Während der Sanierungsphase in der Milchstraße finden sie zum großen Teil in verschiedenen Spielorten statt, aufgelistet unter Veranstaltungen auf: www.hfmt-hamburg.de. Details zur Konzertreihe „Klangfest in den Arbeitswelten der City Nord“ finden sich: www.city-nord.eu. (wh)
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