„Das ist Murks“

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ADFC-Verkehrsreferent Edwin Süselbeck, zeigt es an. Der Radweg Beim Schlump ist zu schmal Foto: Hanke

ADFC und Polizei: Radfahren an Schlump/Hallerstraße riskant

Von Christian Hanke
Harvestehude/Rotherbaum
Schlecht ist es um die Radverkehrssituation im
rund zwei Kilometer langen Straßenzug Hallerstraße/Beim Schlump zwischen Rothenbaumchaussee und dem U-Bahnhof Schlump bestellt. Das hat das Polizeikommissariat 17 in der Sedanstraße festgestellt, das von der Bezirksversammlung Eimsbüttel eingeschaltet worden war. In der Hallerstraße existieren keine Radwege. Die Radler müssen auf der Straße fahren. Viele wählen trotzdem die Gehwege und verhalten sich damit verkehrswidrig. „Nur Kinder bis zehn Jahren dürfen auf Gehwegen radeln, bis acht Jahren müssen sie es sogar“, erläutert Edwin Süselbeck, Referent für Verkehr beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Hamburg. Die Polizei registriert bezüglich des Fahrradfahrens in der Hallerstraße „eine latente Beschwerdelage“. Auch der Einsatz von Überwachungskräften hat die Situation nicht gebessert. Im Bereich der Kreuzungen Hallerstraße/Grindelberg/Beim Schlump/Bogenstraße sind bei der vor kurzem erfolgten Umgestaltung Radfahrstreifen auf der Fahrbahn aufgetragen worden. Im weiteren Verlauf der Straße Beim Schlump exstieren zwischen Bogen- und Bundesstraße auf beiden Seiten Radwege. Nur im Abschnitt zwischen der Nebenfahrbahn und der Bogenstraße in Richtung Hallerstraße entspricht der Radweg der heutigen Norm. Zwischen Bundesstraße und U-Bahnhof Schlump gibt es keine Radwege mehr. Auch für die Straße Beim Schlump besteht eine Beschwerdelage. Fußgänger fühlen sich durch auf Gehwegen fahrenden Radlern gefährdet. Das Fazit der Polizei fällt negativ aus. „Ein Beibehalten des jetzigen Zustandes ist dauerhaft nicht tragbar“, heißt es in dem Bericht. Die Polizei sieht einen deutlichen Bedarf, „den Radverkehr durchgängig einheitlich zu führen.“

Umbau ab 2017


Der ADFC kann nur zustimmen. „Wo Radwege existieren, sind sie meistens zu schmal. Daneben wird zwischen den Bäumen und wieder daneben auf der rechten Fahrbahn geparkt. Das ist Murks“, konstatiert Edwin Süselbeck. Radfahr- oder Schutzstreifen oder zumindest Fahrrad-Piktogramme könnten helfen. Beim Thema Streifen für Radfahrer auf der Fahrbahn schränkt der ADFC-Referent für Verkehr allerdings ein: „Es kommt immer auf die Straße an. Das ist eine Abwägung“ - die Edwin Süsel-beck jetzt für Hallerstraße/ Beim Schlump nicht entscheiden kann. Dass hier etwas für den Radverkehr getan werden muss, ist für ihn aber klar – wie auch in vielen anderen Straßen. „Wir haben eine veraltete Infra-struktur. Hamburg hat einen großen Nachholbedarf. Wir sind im Hintertreffen“, fasst der ADFC-Referent zusammen. Den Bedarf hier tätig zu werden sehen auch Bezirksamt Eimsbüttel und der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG). Der LSBG hat sich Sanierung beziehungsweise Umbau der Radwege in Hallerstraße und Beim Schlump für 2017 vorgenommen. Eine genaue Planung liegt noch nicht vor. (ch)
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2 Kommentare
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kai dirksen aus Eppendorf | 27.01.2016 | 01:13  
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Katja H. Renfert aus Rotherbaum | 30.01.2016 | 09:57  
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