Denkmalschutz für Amt?

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1960-er Jahre Charme oder hässliche Funktionalität? An der Architektur des Bezirksamts Hamburg-Nord scheiden sich die Geister. Fotos: Hanke

Abriss des Bezirksamtes Nord: Denkmalsschützer dagegen

Von Dr. Christian Hanke
Eppendorf. So richtig schön findet Jennie Bengelsdorf das Bezirksamt Hamburg-Nord in der Kümmellstraße eigentlich nicht.Kann man abreißen, findet die junge Frau. Auch der Holländer und Neu-Eppendorfer Laurens Jeronimus (30) kann dem gelben Klinkerbau aus den 1950er Jahren nicht viel abgewinnen. „Das Gebäude ist sehr funktional. Es ist nicht so mein Geschmack“, sagt er. Andere wären traurig, wenn dieses Bezirksamt verschwinden würde. Stefan Kirch zum Beispiel würde es allein schon wegen seiner Paternoster verschonen: „Die sind authentisch. Von denen gibt es nicht mehr viele.“ „Nein, nicht abreissen. Ich finde es gut“, fordert Kirch. Ganz entsetzt ist Anne Hübner: „Das ist doch ein Traum. Das ist wunderschön. Charme der 1960-er Jahre. Allein die Paternoster! Ein Abriss wäre sehr schade“, ist die junge Frau ganz schockiert.
Wird das Bezirksamt Hamburg-Nord tatsächlich abgerissen? Die meisten Beteiligten sind dafür. Vor allem die ABR German Real Estate AG, der Eigentümer der Fläche des Bezirksamtes. Das Unternehmen möchte hier Wohnungen bauen. Für ein verkleinertes Bezirksamt bleibt aber noch Platz. Bezirksamtsleiter Harald Rösler hat nichts gegen diese Pläne. Die Bezirksversammlung hat bereits vor einem Jahr mit dem Ausfstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan Eppendorf 17 für Flächen des Bezirksamts und der benachbarten Grundschule St. Nikolai grünes Licht für Abriss und Neubau gegeben. Mittlerweile geht es nur noch um die Fläche des Bezirksamtes. Einzig das Denkmalschutzamt sperrt sich (noch?). Das Bezirksamt steht zwar nicht unter Schutz, ist aber ein erkanntes Denkmal. Ein Abriss wäre nur mit der Zustimmung des Denkmalschutzamtes möglich. Die ABR German Real Estate AG verhandelt mit den Denkmalschützer. Der Stadtentwicklungsausschuss Hamburg-Nord wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen auch mit dem Thema beschäftigen. In diesem Zusammenhang wird dann auch die Denkmalfrage geklärt. (ch)
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