Der Anti-Radweg am nördlichen Stadtpark

Anzeige
Beim Radfahren im Norden des Stadtparks kann es eng werden (Foto links). Auf der Weidestraße (rechts) sorgen Streifen für Sicherheit Fotos: bob

Zu schmal und kaputt: Schlechte Strecke am Ring 2. Grüne fordern Sanierung

Von Melanie Bobrich
Winterhude. Marode Fahrspuren, zugeparkte Wege und teils abenteuerliche Verkehrsführungen: Wer in Hamburg häufig mit dem Fahrrad unterwegs ist, dürfte einiges gewohnt sein. Die Radwege nördlich des Stadtparks am Ring 2 stellen allerdings alles in den Schatten – über weite Strecken kann man die Bedingungen nur als katastrophal bezeichnen. So katastrophal, dass viele Radfahrer dieses Wegstück lieber umfahren. Auf manchen Abschnitten herrscht gähnende Leere – von den donnernden Lastwagen, die haarscharf am Radweg vorbeirasen, mal abgesehen. So etwa auf der Ableitung von der Barmbeker Ring-Brücke: Hier sind die Radwege von Baumwurzeln, Pflanzen und Rissen durchzogen, sehr uneben und dazu teilweise nur knapp 50 Zentimeter breit.
Um nun abzuklären, wann dieser Zustand behoben wird, haben die Grünen jetzt eine offizielle Anfrage an die zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) gestellt. Denn gerade die Strecke am Ring 2 ist Teil des Entwurfs eines bezirklichen Radverkehrskonzeptes, das eine neue Verbindung von Groß Borstel über Winterhude und Barmbek nach Wandsbek Markt und darüber hinaus in Erwägung zieht. Die Grünen wollen von der BWVI nun unter anderem wissen, ob der Fachbehörde die Zustände bekannt sind und ob eine Sanierung vorgesehen ist. Geprüft werden soll auf Antrag der Grünen zudem, ob alternativ zur Instandsetzung der Radwege auch die Einrichtung von Radfahrstreifen möglich wäre. Ulrike Sparr, Bezirksabgeordnete der Grünen für Winterhude, prangert im Gespräch mit dem Wochenblatt den dortigen „mörderischen Verkehr“ an und sieht eine „jahrelange Vernachlässigung“ des Ring 2 in Sachen Radverkehr: „Offenbar fühlt sich die Verkehrsbehörde nur für den klassischen Wirtschaftsverkehr in Form von Schwerlast- und sonstigem motorisierten Verkehr zuständig. Dass auch Fahrradfahrer oft weite Strecken quer durch mehrere Stadtteile zurücklegen, hat man dort nicht im Blick. Das geht so nicht weiter“.
Die BWVI hingegen gibt an, von der offiziellen Anfrage, die Anfang April gestellt wurde, noch nichts zu wissen. „Die scheint noch irgendwo festzuhängen“, so Sparr verärgert. Der Beweis, dass es auch anders geht, findet sich in Barmbek-Süd, an der Grenze zu Winterhude: Das Bezirksamt hat dort zum Beispiel im vergangenen Sommer beidseitige Schutzstreifen in der Weidestraße eingerichtet und so das Fahren auf dieser Strecke sicherer und vor allem entspannter gemacht. Zwischen Herderstraße/Barmbeker Straße und Biedermannplatz (West) sind markierte Bereiche für den Radverkehr entstanden. Neben den Markierungsarbeiten wurden an verschiedenen Auf- und Ableitungen, in denen Parkstreifen für Autos liegen, auch Sicherheitsstreifen angebracht – so sollen die Radfahrer vor aufschlagenden Fahrzeugtüren geschützt werden. Zudem wurden Fahrradbügel aufgestellt. Die Gesamtkosten der Maßnahmen betrugen rund 200.000 Euro. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation für die Radfahrer am Ring 2 schnellstmöglich verbessert.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
16
S. Heymann aus Harvestehude | 04.05.2014 | 12:18  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige