Der Bunker bleibt stehen

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Vor dem Bunker: erleichterte Nachbarn mit Hartmut Ring und Karin Haas (rechts) Foto: Haas

Umnutzung statt Abriss geplant: Kuhnsweg-Anwohner haben viele Ideen

Von Waltraut Haas

Winterhude Die Nachbarn treffen sich gut gelaunt vor dem Bunker am Kuhnsweg 7-9. Denn der Regionalausschuss der Bezirksversammlung Nord hatte am Montag einstimmig beschlossen, dass dieses Beton-Relikt aus dem zweiten Weltkrieg nicht abgerissen werden soll.

Der Ausschuss war einem Antrag der Linken-Fraktion gefolgt, nach dem der Bunker erhalten und für Wohnzwecke, kulturelle und soziale Nutzung umgebaut werden soll. Die Initiative „Wir sind Winterhude“ (WsW) hatte dem Ausschuss eine Unterschriftenliste überreicht, in der rund 200 Bewohner aus der nahen Umgebung eine solche Lösung befürworten. „Das ist immerhin eine wichtige Etappe auf dem Weg, den Bunker zu erhalten“, freut sich Karin Haas, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bezirk Nord. Der Bunker sei zwar Bundeseigentum, doch dieser Beschluss liefere die Basis einer Konzeptentwicklung für den Verkauf, der gegen Höchstgebot ab Herbst erfolge.

Zwei Abrisse reichen

„Zu viel Staub und Lärm mussten die Winterhuder in den vergangenen Jahren ertragen“, erklärt Hartmut Ring (WsW) und erinnert an den massiven Lärm und Erschütterungen beim Bunkerabriss in der nahen Forsmannstraße. Die Folge seien bedenkliche Setzrisse an den Fassaden benachbarter Gebäude, weiß eine Nachbarin, Schäden wie bei einem mittleren Erdbeben. Die seien auch am Kuhnsweg zu befürchten, wo der Bunker eng zwischen die Nachbarhäuser eingefügt ist. „Und noch immer nervt das Hämmern der Abbruchmaschinen am Poßmoorweg“, ergänzen andere. Anwohnerproteste hatten dort immer wieder Baustopps erwirkt (das Wochenblatt berichtete). Bislang wurden in Winterhude vier Bunker aus dem zweiten Weltkrieg für den Bau hochpreisiger Miet- und Eigentumswohnungen abgerissen. Teure Wohnungen gäbe es vor Ort schon genug. Es mangele aber an bezahlbarem Wohnraum, ebenso an erschwinglichen Musikräumen, für Ateliers oder Werkstätten: Dafür könne der Kuhnsweg-Bunker künftig genutzt und ausgebaut werden. Auch ein kleines Bunker-Museum sei denkbar, denn immer noch ist er mit dem Inventar aus Kriegszeiten bestückt. „Wie wäre es mit einem Tennisplatz auf dem Dach? Die Nachbarn starten eine Ideensammlung. Ebenso denkbar: Ein Dachgarten mit Bienenzucht. Nicht zu vergessen eine neue Kita – neben Wohnungen für Jung und Alt. Doch wie lässt sich das finanzieren? Die Gründung einer Genossenschaft sei durchaus vorstellbar, meinen die Anwohner jetzt.
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