Der Monat des Gedenkens

Anzeige
Freuen sich über die Einrichtung eines Gedenkmonats an die Nazi-Opfer: Helga Obens (hinten) und Steffi Wittenberg Foto: ch

Hamburgerin erinnert an Greueltaten des Nationalsozialismus

Hamburg. Nun wird auch der Bezirk Eimsbüttel regelmäßig der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Die Bezirksversammlung hat die Einrichtung eines Monats des Gedenkes beschlossen, in dem an verschiedenen Orten des Bezirks an Mord, Entrechtung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten erinnert wird. „Wir wollen die Erinnerung an die Untaten des Dritten Reichs institutionalisieren, damit es weitergeht, auch wenn wir und die Überlebenden des Naziverfolgung nicht mehr sind“, begründet Helga Obens, eine der Initiatorinnen des Gedenkmonats dessen Einrichtung als eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe. Schirmherrin ist Steffi Wittenberg, die wegen ihrer jüdischen Herkunft aus Hamburg vertrieben wurde, nach Uruguay und in die USA emigrierte und 1951 nach Hamburg zurückkehrte.
Unermüdlich informiert die weit über 80-Jährige in Schulen und anderen Einrichtungen über die Gräueltaten der Nazis. Steffi Wittenberg wuchs am Mittelweg auf, besuchte die damalige Jahnschule (heute Ida-Ehre-Schule) und kurzzeitig die Israelitische Töchterschule und die Talmud-Tora-Schule am Grindelhof. Neben dieser früheren jüdischen höheren Schule stand bis 1938/39 die Bornplatzsynagoge, das größte jüdische Gotteshaus Norddeutschlands. „Ich habe den letzten Oberrabiner Joseph Carlebach noch in der Synagoge sprechen gehört. Das war sehr eindrucksvoll“, erzählt Steffi Wittenberg. Von ihrem Leben und das einer Freundin, vom Alltag in der NS-Zeit, handelt ein Theaterstück, das am Dienstag, 13. Mai, um 19 Uhr im Dr. Alberto-Jonas-Haus, der einstigen Israelitischen Töchterschule, Karolinenstraße 35, gezeigt wird: „Spielt nicht mit den Lehmanns Kindern!“ Der Eintritt kostet 5 Euro. (ch)

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Monats des Gedenkens:
Sonntag, 11. Mai, ab 11 Uhr, Werner Hassenpflug, Chefarisierer der Hamburger Reichsbahndirektion, Treffpunkt am U-Bahnhof Eppendorfer Baum
u Mittwoch, 14. Mai, Erinnerungsort Sophienterrasse: Was muss erhalten bleiben? Podiumsdiskussion mit Christa Goetsch, Staatliche Jugendmusikschule, Mittelweg 42
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige