Die Angst geht mit Gassi in Hamburg

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Auch Golden Retriever Emma fand präpariertes Fleisch im Gebüsch

Anscharhöhe: Hundehasser legt Giftköder aus

Von Miriam Flüß
Eppendorf. Unter Hundebesitzern geht die Angst um: Beim Gassigehen auf der Anscharhöhe wurden in der letzten Zeit mit Glassplittern präpariertes Fleisch und Giftköder aufgefunden. Golden Retriever Emma hatte ein verdächtiges Stück Fleisch im Gebüsch aufgespürt. Ein besorgter Hundehalter wollte es zur Untersuchung in ein Labor bringen, entdeckte beim genaueren Hinschauen aber selbst Glasscherben im Fleisch. „Wir alle hier haben ein ungutes Gefühl“, fasst Ingrid Dag (66), Frauchen von Rocky, die Stimmung beim Gassigehen zusammen. Ihre Nachbarin, die ungenannt bleiben möchte, nickt zustimmend. Auch sie ist täglich mehrmals im Park der Anscharhöhe, zwischen Lokstedter Weg und Tarpenbekstraße, mit ihrem geliebten Vierbeiner unterwegs.

„Besonders unter dem Herbstlaub und in der Dunkelheit sind Köder schwer zu erkennen.“ Ingrid Dag

„Besonders unter dem Herbstlaub und in der Dunkelheit sind Köder schwer zu erkennen. Ich ziehe Rocky dauernd weg. Aber oft ist er so gierig, dass ich gar nicht so schnell gucken kann“, sagt Ingrid Dag besorgt.
Claudia Stück vom Hamburger Tierschutzverein rät Hundebesitzern, besonders auf ihre Tiere zu achten, wenn Giftköder gemeldet werden: „Man sollte sich immer fragen, ob der Hund noch schnüffelt oder schon kaut? Wenn er ungewöhnlich lange schnüffelt, sollte er sofort abgerufen werden. Das kann man antrainieren.“ Stück warnt aber auch vor einer Hysterie. Über spezielle Websites wie www.giftkoeder-radar.com könne man sich über Fundorte informieren. „Der Wahrheitsgehalt ist allerdings nicht kontrollierbar“, so Stück.
Der Polizei liegt bisher keine Anzeige vor. Das zuständige Polizeikommissariat 23 versprach nach Anfrage des Wochenblatts, den Stadtteilnahen Beamten über die Funde zu unterrichten.
„Das Auslegen vergifteter Köder ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, erklärt Polizei-Pressesprecher Holger Vehren. Hundebesitzer, die einen Köder finden, sollten diesen sicherstellen und zur Polizei bringen. „Auch der Tierarzt wird bei dem Verdacht einer vorsätzlichen Vergiftung Anzeige erstatten“, so Vehren weiter. „Hundebesitzer sollten verstärkt darauf achten, dass ihre Tiere dort nichts fressen.“
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