Die Mini-„Elbphi“ ist bald fertig

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Das Vorbild ist schon klar zu erkennen. Norman Giesen, Armando Himmel und und Till van Daalen (v.l.) bauen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Baltic Raw die KanalphilharmonieFoto: Hanke

Die Kanalphilharmonie wird am 7. August auf Kampnagel eröffnet

Winterhude. Noch ist es ein Rohbau aus Holz. Doch auf dem Kampnagelgelände am Osterbekkanal entsteht derzeit ein Bauwerk nach großem Vorbild: die Kanalphilharmonie, deutlich kleiner als das große Konzerthaus an der Elbe, aber in der Form dem Konzertsaal in der HafenCity eindeutig nachgebildet.
Sechs mal acht mal 2,50 mal neun Meter ist der kleine Bruder der Elbphilharmonie groß und aus Holz gefertigt. Auf 35 Quadratmetern wird eine Bühne und eine Tribüne für rund 40 Gäste installiert. Die Gruppe Baltic Raw baut die Nachbildung des umstrittenen Konzerthauses für das Internationale Sommerfestival, das vom 7. bis 25. August auf Kampnagel stattfinden wird. Das Musikensemble Boy Division wird hier in dieser Zeit Konzerte mit verschiedenen Künstlern veranstalten. „Wir wollen die Philharmonie dem Volk zurückgeben. Wir drehen das Spiel um“, erläutert Armando Himmel (eigentl.: Berndt Jasper), bildender Künstler und einer vom dreiköpfigen Kernteam von Baltic Raw. Die Kanalphilharmonie soll ein Konzertsaal für jedermann, ein Volksstudio werden, in bewußter Abgrenzung von der Gala-Elbphilharmonie.

Sommerfestival

Baltic Raw, eine Gruppe aus bildenden Künstlern, Architekten und Dramaturgen, die „im Zwischenraum von Architektur und Skulptur, Stadtplanung und Ortsbesetzung“ arbeitet, oft blockhüttenartige Gebäude errichtet, war bereits in der HafenCity aktiv und baute kürzlich eine Installation vor der Kunsthalle. Kampnagel beauftragte die Gruppe, das Außengelände der Kulturfabrik zum Sommerfestival neu zu gestalten. Baltic Raw nahm aus der HafenCity die Idee für die Kanalphilharmonie mit und baut auf dem Freigelände von Kampnagel, das immer noch viel verblichenen Industriecharme atmet, nun neben dem Konzertsaal auch ein „Volksdorf“ mit einer Treppenskulptur, mit Kino und einem Kiosk, in dem sich ein Leseraum und eine Bibliothek befinden, Massagen und Seminare angeboten werden. „Es wird ein Ort der Möglichkeiten für Gespräche und Meditationen. Auch ein Schachspiel wird aufgebaut“, erzählt Armando Himmel. Baltic Raw kümmert sich außerdem um den Bewuchs, wird das Grün durch Neuanpflanzungen verdichten. Am 7. August werden das Volksdorf und die Kanalphilharmonie eröffnet. Kultursenatorin Barbara Kisseler hat ihr Erscheinen angekündigt - um endlich eine Philharmonie zu eröffnen, wenn auch nur die kleine am Osterbekkanal. (ch)

Programm der 1. Woche
07.08. Eröffnungsgala

Laudatio, Talks mit Bauherren, Klangexperten und Gegnern, sowie Theater, Musik, Performance und Klamauk u.a. mit Pro-Phil, Lene Strindberg, dem Shantychor der Neustädter Herrengesellschaft und Boy Division.

08.08. Ansgar Wilken
Seit dem Ende von Ilse Lau auf Solopfaden mit Cello und Loop-Station unterwegs, präsentiert neue Stücke erstmals vor Publikum.

09.08. Andreas Hubert van der Wingen
Sänger der großartigen Band Kiesgroup und Schauspieler, Autor und Entertainer an sich; hier und heute zeigt er erstmals seine Fassung von Kaspar Hauser.

10.08. »Das ist nur Ihre Meinung«
Endlich wieder live in Hamburg: die Intensiv-Vortragsreihe der BLURR/OIRO – Subkultur-Mehrzweckwaffen.

14.08. Gereon Klug: »MUSS MALEN«
Der vergessene LSD-Gesichte-Maler Porepp aus Wintehude: Vortrag mit seinen Bildern von 1977 bis 1991. Mit passender Musik zwischendurch, aber bestimmt kein Soul.
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