Die neue Fontenay in Hamburg

Anzeige
So soll das Viertel rund um Fontenay und Badestraße ab 2016 aussehenVisualisierung: bloomimages GmbH
 
100 Millionen Euro investiert Klaus-Michael Kühne in ein neues Hotel anstelle des Interconti: „Mein Herz schlägt für diesen Ort, weil wir hier immer gewohnt haben, wenn wir in Hamburg waren“

Interconti weicht 100-Millionen-Euro-Neubau. Pläne fürs Vorland

Von Christian Hanke
Rotherbaum. Es krachte und knirschte in der Wand des früheren großen Festsaals des Hotels Intercontinental an der Fontenay (benannt nach dem Schiffsmakler John Fontenay, 1769 – 1835). Der Greifer des Baggers brach Stück für Stück heraus. Am Steuerknüppel des Fahrzeugs saß Klaus-Michael Kühne (76). Der milliardenschwere Großinvestor, der auf der Fläche des früheren Interconti das neue Luxushotel „The Fontenay“ errichten will, das alle Komfortmaßstäbe sprengen soll, hatte zum Auftakt des Abrisses die Presse geladen, um über seine Pläne zu berichten und selbst den ersten Beton des alten Hotels zu zertrümmern. 24.000 Kubikmeter (42.000 Tonnen) Stein, Glas und andere Materialien werden in den nächsten drei Monaten aus der Fontenay abtransportiert. Stockwerk für Stockwerk wird der weiße Hotelklotz aus den 1970-er Jahren abgetragen. Eine Sprengung ist zu gefährlich.

„Abriss ist notwendig“

„Die umliegende Wohnbebauung lässt es nicht zu“, erklärte Torsten Sevecke, der Leiter des zuständigen Bezirksamtes Eimsbüttel. „Der Abriss ist traurig, aber notwendig“, erläuterte Kühne noch einmal seinen Entschluss, ein neues Hotel zu bauen, „das Intercontinental ist nicht in der Verfassung, in der man es sinnvoll renovieren könnte.“ Torsten Sevecke ergänzte:„Das ist ein Teil Stadtreparatur. Das Gebäude ist die Bausprache der 1970-er Jahre. Jetzt bekommen wir eine neue Bausprache.“ Der Bezirksamtsleiter freute sich besonders darüber, dass auch die Grünanlagen in Richtung Alster neu gestaltet werden. „Das gelingt Verwaltung nur mit einem zupackenden Investor“, lobte Sevecke. „Es soll ein großes Ganzes werden und Harmonie ausstrahlen. Das Vorland soll sich dem Hotel anpassen“, fasste Klaus-Michael Kühne zusammen, der sich noch einen Bootssteg für die Hotelgäste wünscht. Dafür ist jedoch nicht der Bezirk, sondern die Stadtentwicklungsbehörde zuständig .
„The Fontenay“ wird aus 130 Hotelzimmern und 20 Residenzen für Dauerbewohner bestehen. Dazu kommen eine Präsendentensuite sowie 20 große und 90 Juniorsuiten. In den siebten Stock ziehen Pool- und Wellnessbereich sowie ein Kultursalon ein. Im Erdgeschoss kann man im komfortablen Alsterrestaurant speisen. Im obersten achten Geschoss wird ein Gourmetrestaurant eingerichtet. Ob gar drei Sterne, ist noch nicht klar. Kühne liebt´s eher bodenständig. „Ein ordentliches Steak ist mir lieber als Molekulargastronomie“, verriet er bei der Vorstellung der Hotelplanung, die übrigens bezeichnender Weise in der Osteria Due stattfand – Kühnes ausgemachtem Lieblingsrestaurant, das er gerne retten möchte. Bis Mai soll das alte Hotel Intercontinental abgerissen sein. Für den 1. Juli 2016 ist die Eröffnung des „The Fontenay“ geplant. Klaus-Michael Kühne hätte es gern schneller. „Ich bin ein ungeduldiger Mensch.“
Und was wird aus der direkt angrenzenden Osteria Due? Der Promi-Italiener an der Badestraße ist seit Monaten von der Schließung bedroht, weil Vermieter Lars Hinrichs hier neu bauen möchte (das WochenBlatt berichtete). Nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Osteria Due nur einige Meter weiter nach Osten ziehen wird. Auf das Hotelgrundstück von Investor Klaus-Michael Kühne, der das italienische Restaurant gern als eigenständigen Betrieb vor seinem neuen Luxushotel „The Fontenay“ ansiedeln möchte. Gespräche über diese Planung wurden bereits geführt. Nach Aussagen von Kühne und des Geschäftsführers der Osteria Due, Francesco Delvecchio, ist der Umzug programmiert. Offenbar muss vor allem die Inhaberin, Alice von Skepsgardh (82), überzeugt werden, um zuzustimmen. Sie hängt verständlicherweise an ihrem Restaurant, das sie seit Jahrzehnten führt. Ob ein Umzug ohne eine längere Schließung des Restaurants vonstatten gehen kann, wird von der gerichtlichen Auseinandersetzung der Osteria Due mit dem Vermieter Lars Hinrichs abhängen, der den Mietvertrag über eine Laufzeit von 20 Jahren nicht für gültig hält. In diesem Monat sind zwei Gerichtstermine angesetzt. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige