Die verwandelten Marktmeister-Häuser in Hamburg

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Das Marktmeisterhäuschen am Goldbekplatz war das erste, das zum Café umgebaut wurde Fotos: Busse

Klaus Dieter Marzahn ist oberster Chef der Wochenmärkte im Bezirk und damit auch von den neuen Mini-Cafés

Hamburg Nord. Für Klaus-Dieter Marzahn gab es dieses Jahr gleich zweifach Anlass zum Feiern: die Wiedereröffnung des Langenhorner Marktplatzes samt Wochenmarkt und die Erweiterung des aufwändig sanierten Marktmeisterhäuschens am Hartzloh zum Café. „Das sind richtige Highlights und das Feiern gehört zwar nicht zu meinem Job, aber ich komme auch nach Feierabend gerne dahin – einfach weil es Spaß macht, mit den Menschen vor Ort zu klönen“, sagt er. Acht Wochenmärkte im Bezirk unterstehen dem 62-Jährigen als Chef des Fachamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt. Gemeinsam mit fünf Marktmeistern, die für den reibungslosen Ablauf vor Ort sorgen, und zwei Verwaltungsmitarbeitern will er die „zuverlässige Grundversorgung“ in den Stadtteilen sichern – am liebsten „mit Produkten aus der Region für die Region“, erläutert Marzahn – und mit einem breiten Angebot von frischem Obst und Gemüse, Fleisch-, Fisch- und Bäckereiwaren über Blumen bis hin zu „besonderen Schmankerln“. Darüber hinaus bedeuten ihm die Wochenmärkte ein Stück Stadtteilkultur. Sie sind ein Forum der Kommunikation, hier kommen Menschen aus dem Quartier miteinander ins Gespräch. „Dafür setzen wir uns ein. Wir sind Überzeugungstäter“, sagt der gebürtige Norderstedter, der seit über 20 Jahren im Bezirksamt Hamburg-Nord tätig ist. „Es macht viel Spaß, weil es so schön lebendig ist. Und die Marktbeschicker sind ein besonderer Menschenschlag, hier fallen klare Worte“, sagt Marzahn.
Um die Wochenmärkte für die Besucher attraktiv zu halten, sucht er immer wieder nach interessanten Lösungen. Dazu gehört die Umnutzung der ehemaligen Marktmeisterhäuschen, die traditionell ein Büro und WC beherbergten. Weil der Betrieb für die Stadt zu teuer wurde, öffnete man sich für das Konzept privater Pächter, die das Potenzial der attraktiven Standorte erkannt hatten und hier einen Cafébetrieb eröffnen wollten. Das Café am Winterhuder Goldbekplatz machte als erstes umgenutztes Marktmeisterhäuschen vor, dass der Plan erfolgreich aufgehen konnte. Als am Barmbeker Hartzloh im Zuge der Quartiersentwicklung Gelder zur Verfügung standen, wurde auch hier das Marktmeisterhäuschen saniert und vor kurzem verpachtet. „Da haben die richtigen Leute zusammengesessen und Ideen entwickelt“, freut sich Marzahn über das Ergebnis.
Dass er mit Überzeugung dabei ist, beweist sein eigenes Wochenend-Ritual: Jeden Sonnabend kauft er schon vor dem Frühstück für sich und seine Frau auf dem Wochenmarkt ein. Und weil er seit sieben Jahren auf St. Pauli lebt, ist der Großneumarkt sein Ziel: „Hier ist es schön familiär. Ich genieße das richtig!“, schwärmt Marzahn, der gerne Neues ausprobiert. (cb)
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