„Diese Ecke ist ein Knaller!“

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Simone Rethel liebt die Stadtteile Winterhude und Eppendorf - sie spaziert auch gern an der Alster Foto: Hanke

Simone Rethel spielt zur Zeit in der Winterhuder Komödie und stöbert gerne in Eppendorfer Läden

Winterhude/Eppendorf Noch bis zum 12. Juli verpasst sie dem „Kurschattenmann“ einen Denkzettel: Simone Rethel ist Oda, eine von vier Damen in einem Kurhotel, die mit dem Casanova Ulrich, jenem „Kurschattenmann“, noch eine Rechnung offen haben. Seit sechs Wochen steht die Schauspielerin in René Heinersdorff Komödie „Der Kurschattenmann“ in der Komödie Winterhuder Fährhaus allabendlich auf der Bühne, und erheitert das Publikum. Das liebt sie. „Ich habe es gern, Menschen fröhlich zu stimmen“, erzählt Simone Rethel im Gespräch mit dem Wochenblatt mit strahlendem Lächeln.
Früh hat sie sich in ihrer Laufbahn für das komische Fach entschieden. Als sie während ihres ersten festen Engagements am Thalia Theater nach ihrer Darstellung der Ophelia in Shakespeares Hamlet und nach ihrer Rolle in der märchenhaften Komödie „Der blaue Vogel“ gefragt wurde, antwortete sie, daß sie in der Komödie viel lieber gespielt hätte. Theater spielt die gebürtige Bayerin, die heute am Starnberger See lebt, schon seit frühester Kindheit. Schon eine Lehrerin riet ihr: „Du solltest Schauspielerin werden.“ Mit 16 verschaffte ihr die Stupsnase das erste Engagement und einen großartigen Mentor. Axel von Ambesser suchte die Hauptdarstellerin für seinen Film „Die fromme Helene“. Unter 300 Bewerberinnen bekam Simone Rethel die Rolle. „Die Stupsnase war ausschlaggebend, eben genau wie die fromme Helene“, erzählt Simone Rethel. Axel von Ambesser empfahl ihr Schauspielerin zu werden und ebnete ihr den Weg zu Theaterbühnen und Film- und Fernsehproduktionen, engagierte sie mehrmals für seine Inszenierungen an großen deutschen Bühnen. „Er hat mir den Anfangsweg grandios geleitet. Es war wie ein wunderbarer Teppich“, erzählt Simone Rethel, die eine Schauspielschule besuchte, und dank von Ambessers Empfehlungen bald gut im Theater- und Fernsehgeschäft war.

„Nicht zur Ruhe setzen“

Simone Rethel hat auch ein Buch über das Altern geschrieben und einen Bildband über ihren 2011 mit 108 Jahren verstorbenen Mann Johannes Heesters zusammengestellt. Heesters, der 46 Jahre älter war als sie, hat sie zu ihrem Buch „Sag nie, du bist zu alt“ durch sein Leben inspiriert. „Er war immer neugierig und an vielem interessiert, hat viel gearbeitet und sich körperlich fit gehalten. Ich will den Menschen sagen: sie sollen sich nicht zur Ruhe setzen und: man darf den älteren Menschen nicht zu viel abnehmen. Das Buch richtet sich an die Menschen um die Fünfzig, die das Alter noch vor sich haben“, erzählt die 66-Jährige.
Auch dank der Familie ihres Mannes hat Simone Rethel trotz ihrer süddeutschen Herkunft starke Bindungen zu Hamburg. Ihre Mutter stammte aus der Hamburger Familie Wex, die in der Neustadt einiges gebaut hat (Wexstraße).
Mit Schauspielkollegin Nicole Heesters, der Tochter ihres Mannes, feiert sie seit dessen Tod zusammen Weihnachten
in Eppendorf, liebt diesen Stadtteil besonders. „Ich liebe Eppendorf und schnüffele in den Läden herum“, gesteht Simone Rethel, die auch Beziehungen zu Winterhude hat: Am Winterhuder Marktplatz wohnte sie, als sie 1968/69 am Thalia Theater engagiert war. Ihr Urteil über Eppendorf und Winterhude: „Diese Ecke ist ein Knaller!“ (ch)
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