„Diese Unsicherheit wird man nicht los“

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Nachbarn in der Alsterdorfer Gartenstadt können den Dieben ihr Handwerk zumindest erschweren: durch mehr Wachsamkeit Foto: Haas

Aus Angst vor Einbrechern: In der Alsterdorfer Gartenstadt gründen Anwohner die „Aktion wachsame Nachbarn“

Von Waltraut Haas
Alsterdorf
Die Einfamilienhäuser in ihren gut eingewachsenen Gärtchen wirken zwar alle gepflegt. Doch niemand würde hier in der idyllisch gelegenen Alsterdorfer Gartenstadt großen Reichtum vermuten. Dennoch wird hier immer wieder eingebrochen. Außer dem entwendeten Eigentum und oft horrenden Einbruchsschäden durch aufgehebelte Türen und Fenster bleibt eine große Verunsicherung. „Eindringlinge im privaten Bereich hinterlassen ein sehr unangenehmes Gefühl. Diese Unsicherheit wird man nicht mehr los“, sagen die betroffenen Nachbarn einhellig. Man kennt sich, und wer nicht selbst zum Opfer wurde, hat schon Einbrüche bei Nachbarn miterlebt, wie etwa Cordula Burkart. „Es hörte sich zuerst an, wie wenn jemand Holz hackt“, berichtet sie. Andere konnten Diebe beobachten und rechtzeitig die Polizei alarmieren. Allein zehn Einbrüche zählten sie in den vergangenen acht Wochen rund um den Rotbuchenstieg. Auch im Häuschen von Monika Zöllner wurde eingebrochen: Bei der Rückkehr ihrer Familie von einer Urlaubsreise war das Malheur schnell entdeckt: „Die Diebe haben die Jalousien einfach hochgedrückt, eine Scheibe eingeschlagen, um dann einzusteigen und in aller Ruhe im ganzen Haus zu sortieren, was sie mitgehen ließen.“ Bargeld, Schmuck, diverse Kleidungsstücke und Schuhe entwendeten sie, sogar Weihnachtsgeschenke. „Nur die Spardose meines Sohns haben sie übersehen.“ so Monika Zöllner. Besonders gefährdet sei die Häuserzeile, die rückwärtig an den Maiglöckchenstieg grenzt. Der von Hecken dichtbewachsene Weg wird gesäumt von Kleingärten und endet an der U-Bahnstation Sengelmannstraße: Diebe können sich, getarnt durch das Dickicht, leicht unbeobachtet nähern und die Lage sondieren. Ist die Luft rein, schlagen sie auch tagsüber zu. Oft postieren sie Kumpane an den Vordereingängen der Häuser, die Schmiere stehen. „Uns reicht es!“ sagen sie einhellig. Gemeinsam haben sie beratschlagt, was zu tun ist. Zunächst einmal hätten sie sich alle „technisch aufgerüstet“: mit Bewegungsmeldern, Überwachungskameras und auch Alarmanlagen. Auch die Polizei vor Ort kooperiere, so die Gartenstadt-Bewohner. Lieber sollten aufmerksame Nachbarn einmal zu oft anrufen, so die ausdrückliche Aufforderung des Bürgernahen Beamten (Bünabe) Heiko Sietz. Sogar die Reiterstaffel geht mit Pferden am Maiglöckchenweg jetzt öfter mal auf Streife. Fremde Personen würden in der verkehrsberuhigten Zone ab sofort genauer beobachtet. Denn man könne davon ausgehen, dass „Einbruch-Touristen“ lohnende Objekte ausspähen. Dagegen hilft zuallererst mehr Achtsamkeit. Die „Aktion wachsame Nachbarn“ könne schon viel bewirken. Bleibt auch noch die Hoffnung auf die von der Polizei wegen generell in Hamburg erhöhter Einbruchszahlen eingerichtete Sonderkommission (SOKO) Castle, die seit dem vergangenen Sommer speziell im Bereich Einbruchsdiebstahl verstärkt ermittelt. Inwieweit die Ermittler schon mit der Alster-dorfer Gartenstadt beschäftigt sind, konnte die Pressestelle der Polizei auf Wochenblatt-Anfrage noch nicht sagen.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 04.02.2016 | 10:24  
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