Diskussion um Eppendorfer Marktplatz

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Der Eppendorfer Marktplatz besteht derzeit vor allem aus einer von sechs Linien angefahrenen Businsel und dem Hauptstraßen-Autoverkehr Foto: Hanke
Hamburg: Eppendorfer Marktplatz |

Anwohner machen Vorschläge für Umgestaltung. Bezirksamt plant Workshops mit Bürgern

Von Christian Hanke
Eppendorf
Jetzt hat die Busbeschleunigung auch den Eppendorfer Marktplatz erreicht. Das alte Zentrum von Eppendorf, das von sechs Buslinien angefahren wird, soll voraussichtlich 2018 umgebaut werden, um insbesondere den Busverkehr zu beschleunigen, den Rad- und Fußverkehr zu verbessern und um Staus, vor allem in der Heinickestraße, möglichst zu beseitigen. Um Fehler der Vergangenheit im Umgang mit der Öffentlichkeit zu vermeiden, hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) ein Beteiligungsverfahren in Gang gesetzt, deren Auftaktveranstaltung kürzlich im Großen Sitzungssaal des Bezirksamtes Hamburg-Nord stattfand. Immer wieder fühlten sich Anwohner in den letzten Jahren in Informationsveranstaltungen über Bauvorhaben vor vollendete Tatsachen gestellt.

Weniger Autos, mehr Radwege

Daher waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LSBG auf der Straße und bei Gewerbetreibenden rund um den Eppendorfer Marktplatz unterwegs, um zu erfragen, was die Anlieger stört und welche Verbesserung der Verkehrssituation sie sich vorstellen können. Die Ergebnisse wurden bei der Auftaktveranstaltung zum Beteiligungsverfahren vorgestellt. Sie deckten sich vielfach mit den Äußerungen der etwa 100 Gäste. Die Anwohner und Nutzer des Eppendorfer Marktplatzes wünschen sich weniger Autos, bessere, breitere Rad- und Fußwege und vor allem „mehr Aufenthaltsqualität“. Der Marktplatz wieder als richtiger Marktplatz, als zentraler Platz mit Bänken und viel Grün. Das ist ein Wunsch der Eppendorfer. Derzeit ist der Eppendorfer Marktplatz eine Hauptstraße mit Businsel und einem sehr kuriosen Radweg, der sich quer über den kleinen Gehwegbereich schlängelt. Den halten viele Anwohner für gefährlich. „Fußgänger haben verloren“, fasste jemand aus dem Plenum die Situation der schwächsten Verkehrsteilnehmer am Eppendorfer Marktplatz zusammen. Zu schmale Gehwege und zu wenige Querungsmöglichkeiten über die Straßen lauteten die meisten Kritikpunkte.

Jeder Fünfte gibt eine „Sechs“

An der Businsel wurde kritisiert, sie sei zu kurz und schwer zu erreichen. Autofahrer haben, so viele Besucher, mit Staus in Richtung Winterhude in der Heinickestraße und mit zu wenigen Parkplätzen zu kämpfen. Von den auf der Straße befragten Passanten gaben 65 Prozent der verkehrlichen Situation am Eppendorfer Marktplatz eine Note schlechter als 3, 20 Prozent gar eine glatte 6. Positives? Gab es auch: die verkehrliche Anbindung durch sechs Buslinien wurde erwähnt. Die Nähe von Parks und immer wieder das große Angebot an Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie.

Workshops mit Anwohnern im September

Nach den Sommerferien gibt es zwei Workshops. Die erste Planungwerkstatt „Visionen finden – Lösungen erörtern“ startet Freitag, 15. September, voraussichtlich 17 Uhr, im Bezirksamt Hamburg-Nord, Robert-Koch-Straße 17. Die zweite Planungswerkstatt „Varianten diskutieren – Verständigung erzielen“ folgt im November. Das Beteiligungsverfahren soll im ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein.
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