Doch mit dem Dampfer zur Arbeit?

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Matthias Kruse vom Verein Alsterdampfschifffahrt will Linienverkehr auf der Alster Foto: Hanke

Wird es jetzt doch einen Linienverkehr auf der Alster für geben, um den Berufsverkehr zu entlasten?

Harvestehude/Winterhude/Uhlenhorst Wird es doch wieder Alsterschifffahrt im Linienverkehr geben? Nach einer öffentlichen Anhörung zu diesem viel diskutierten Thema mit mehreren Experten im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, die die CDU beantragt hatte, zeigte sich die SPD jetzt überraschend gesprächsbereit. Die Sozialdemokraten rückten allerdings nicht von ihrer bisherigen Prognose ab, dass die Wiedereinführung des Linienverkehrs auf der Alster durch ein städtisches Unternehmen wie die Alster Touristik GmbH wegen des ihrer Ansicht nach zu erwartenden Defizits unverantwortlich sei (das Wochenblatt berichtete). „Das rechnet sich nicht“, diese Ansicht äußerten die SPD-Abgeordneten des Verkehrsausschusses einhellig und stimmten darin den Vertretern von Verkehrsbehörde, Hamburger Hochbahn und Alster Touristik GmbH zu, die die Wiederaufnahme des Linienverkehrs auf der Alster zu normalen HVV-Preisen als unwirtschaftlich ablehnen. Er wurde deshalb bereits 1983 eingestellt.

„Das ist eine Revolution“


Doch für die SPD Hamburg-Nord ist das Thema damit nicht mehr vom Tisch. Ihr Abgeordneter Alexander Kleinow kann sich Linienverkehr auf der Alster privatwirtschaftlich betrieben durchaus vorstellen und sprach Matthias Kruse, den Vorsitzenden des Vereins Alsterdampfschifffahrt und Betreiber des Dampfers St. Georg auf der Alster, direkt darauf an. Der zeigt sich hocherfreut über diese Wendung: „Das ist eine Revolution.“ Seit Jahren setzt Kruse sich nämlich für Linienverkehr auf der Alster ein. In Gesprächen mit allen Beteiligten sieht er eine Chance, sich diesem Ziel wenigstens anzunähern. Eine Querverbindung über die Alster, die es in den letzten Jahren sonntags zwischen Fährdamm und Uhlenhorster Fährhaus gegeben hatte, könnte ein Anfang sein.

Vier Schiffe müssten flott gemacht werden


Dafür kann sich die SPD erwärmen, die dem von der CDU vorgeschlagenen Pilotprojekt einer Verbindung Mühlenkamp - Jungfernstieg in der Zeit von 6 bis 9 Uhr eine klare Absage erteilte. „Wir verschließen uns keinen Ideen zur Wiedereinführung des Schifffahrtsbetriebs und werden die Gespräche mit Verantwortlichen suchen“, ließ Kleinow in einer Presseerklärung verlauten und lobte ausdrücklich den Verein Alsterdampfschifffahrt: „Der Verein für Alsterdampfschifffahrt hat gezeigt, dass durchaus Potenzial bei privatem Engagement und Schiffslinien auf der Alster vorhanden ist.“ Matthias Kruse steht schon fast in den Startlöchern. Vier Schiffe könnte er neben dem Dampfer St. Georg noch aufbieten, wenn er auf Förder- oder Spendengelder zurückgreifen kann. Denn die vier Schiffe, zwei Dampfer und zwei Motorschiffe, die einst die Alster befuhren, müssten wieder fahrtüchtig gemacht werden. (ch)

Lesen Sie auch: Verkehr Hamburg: Mit der Fähre ins Büro
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3 Kommentare
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christian Götsch aus Horn | 10.03.2017 | 06:17  
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Anne Weißnich aus Barmbek | 11.03.2017 | 19:42  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 14.03.2017 | 15:32  
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