Ein ausgeschlafener Typ

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Benjamin Kanthak moderiert seit einigen Wochen die Morningshow bei alsterradio. Er ist in Langenhorn aufgewachsen und wohnt mit seiner Familie in Eppendorf Foto: blu

Benjamin Kanthak aus Eppendorf ist die neue Stimme bei Alsterradio

Von Claudia Blume
Eppendorf
Für jemanden, der vor vier Monaten Vater geworden ist, sieht Benjamin Kanthak recht ausgeschlafen aus – vor allem, wenn man wie er fast täglich eine Morningshow im Radio moderiert. „Unsere kleine Tochter hat sich auf meinen neuen Job eingestellt und schläft bereits durch“, erzählt der stolze Papa. Seit Anfang September ist „Musikfan Ben“ die neue Stimme im Morgenteam bei alsterradio 106,8 rock’n pop, spürt Musiktrends in aller Welt auf und fragt Hamburger auf der Straße, was bei ihnen auf dem Smartphone läuft. Montags bis freitags von fünf bis zehn Uhr ist er zusammen mit Maren und AC auf Sendung.

„Unsere kleine Tochter hat sich auf meinen neuen Job eingestellt und schläft bereits durch“ Benjamin Kanthak

Um 3.45 Uhr heißt es für den neuen Moderator: aufstehen und ins Funkhaus am Messberg fahren. „Dafür ist allerdings um 13 Uhr Feierabend und ich kann meine vierjährige Tochter vom Kindergarten abholen und habe Zeit für die Kleinen.“
Seit sechs Jahren lebt Benjamin Kanthak mit seiner australischen Frau Marisa und den Kindern in Eppendorf – „im ehrlichen Teil, in dem es noch urige Kneipen wie ‚Fricke 46’ gibt“, wie der 31-Jährige betont, „und nicht im Schicki-Micki-Teil, denn der passt nicht zu mir.“

Aufgewachsen ist er in Langenhorn


Kein Wunder, schließlich ist er im bodenständigen Langenhorn aufgewachsen, direkt am Raakmoor. „Als Kind war ich ständig mit meinen Freunden im Wald und so mancher Gummistiefel ist beim Molche fangen im Moor steckengeblieben und ich musste auf Socken zurück nach Hause“, erinnert sich Kanthak. „Langenhorn war ein Paradies für uns Stadtkinder, die so unbeschwert wie auf dem Land aufwachsen konnten – und das ist es auch heute noch.“ Allerdings ticken die Uhren dort etwas langsamer. „Viele meiner Freunde sind geblieben, haben Häuser gekauft, eine Familie gegründet. Es ist schön da, aber wenn ich sie besuche, fühle ich mich gleich zehn Jahre älter.“
Als bekennender Musikfreak, der als Schüler seine erste Band gründete und am 24. November Zehnjähriges der „Homesick Astronauts“ mit einem Konzert im „Knust“ feiert, braucht Benjamin Kanthak die Nähe zur Szene, zum Kiez, zur Schanze. „Es gibt nichts Tolleres, als den Tag im legendären ‚Erikas Eck’ zu beginnen.“ In der Schanze zu wohnen, wäre ihm zu anstrengend – in Eppendorf geht’s ruhiger zu und mindestens ebenso grün wie in Langenhorn.
„Mit den Kindern sind wir gern am Alsterwanderweg und im Eppendorfer Moor unterwegs. Der Hayns Park liegt bei uns direkt um die Ecke, eine kleine Oase zum Auftanken.“ Kennen und lieben gelernt hat der junge Familienvater das Viertel bereits zu Studentenzeiten – beim Jobben im Surfshop „Hai Q“ in der Hegestraße.

„Es gibt nichts Tolleres, als den Tag im legendären ‚Erikas Eck’ zu beginnen.“
Benjamin Kanthak


„Eigentlich wollte ich Lehrer für Gemeinschaftskunde werden, habe es immerhin bis zum 1. Staatsexamen geschafft, bin jedoch in der Medienbranche hängengeblieben.“ Erst als Aufnahmeleiter für Werbefilme, später in der Schlussredaktion beim „Spiegel“. Über Freunde kam er zum Hamburger Radiosender 917 XFM und durfte als Musikredakteur „experimentieren“. „Als der Schwestersender alsterradio Ende des Sommers das Konzept der Morgenshow verändern wollte, bekam ich die Chance als ‚Musikfan Ben’ dabei zu sein. Keine Frage, dass ich sofort zugesagt habe – trotz des frühen Aufstehens.“
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