Ein berühmtes ? aus Hamburg-Pöseldorf

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An der Alster erholt sich Jens Wawrczeck alias Peter Shaw gern von den Hörspiel-TourneenFoto: privat
 
Sie begeistern junge und ältere Fans mit ihren Hörspiel-Shows: die drei ???: Andreas Fröhlich, Oliver Rohrbeck und Jens Wawrczeck (v.l.) Foto: Lutz Rohrbeck/wb

Jens Wawrczeck spricht Peter Shaw im weltbekannten Kult-Hörspiel „Die drei ???“

Von Christian Hanke
Hamburg. Er ist ein Star, Mitglied eines einmaligen Starensembles, das seit 36 Jahren für Umsatzrekorde sorgt. Jens Wawrczeck aus Pöseldorf spricht Peter Shaw, einen der drei Detektive der Erfolgsserie „Die drei ???“, die am 5. April wieder als Hörspiel-Show in Hamburg gastiert. Im zarten Alter von 13 Jahren wirkte Wawrczeck im ersten Hörspiel der beliebten Buchreihe um drei Kinder-Detektive mit. Jetzt ist er 50 und spricht immer noch Peter Shaw. Seit 2000 verkörpert er seine Figur auch auf den größten Bühnen Deutschlands. Längst ist die Show um „Die drei ???“ ein Renner, nicht nur unter Kindern. Auch Erwachsene, die Kinder aus den 1970-er und 1980-er Jahren, als „Die drei ???“ Deutschlands Kinderzimmer eroberten, kommen in Scharen. Schon die Hörspiele, ab 1978 im Europa-Ton-Studio in der Agnesstraße in Winterhude aufgenommen, gingen weg wie warme Semmeln. Über 40 Millionen Tonträger wurden bereits verkauft. Damit sind „Die drei ???“ das erfolgreichste Hörspiel der Welt.

167 Hörspiele produziert

Das Phänomen dabei: nicht nur Jens Wawrczeck, sondern auch die zwei anderen „Detektive“, Andreas Fröhlich und Oliver Rohrbeck, sind seit der ersten Hörspielaufnahme dabei, beide mit 48 Jahren im nahezu selben Alter wie Wawrczeck.
167 Hörspiele wurden bislang weitgehend auf der Grundlage der Bücher produziert. Die Serie stammt aus den USA, in der sie nie so erfolgreich war wie ab 1968 in Deutschland. 1993 wurde sie in Amerika eingestellt. Der amerikanische Hintergrund machte aber am Anfang, so Jens Wawrczeck, einen beachtlichen Teil des Erfolges aus. „Skurrile Charaktere mit englischen Namen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in der Nähe von Hollywood. Das faszinierte damals deutsche Kinder in den 1960-er, 1970-er Jahren“, ist sich Wawrczeck ganz sicher.

Dauerdetektive begeistern die Massen

Wie konnten sich die drei Sprecher der Hörspiele, die als Kinder im „richtigen“ Alter begannen, bis heute als Kinder-Detektive halten und als 50-Jährige immer noch die Massen begeistern? „Als wir Jugendliche waren, wurden die Geschichten noch für uns verändert. Wir bekamen zum Beispiel Freundinnen an die Seite gestellt. Aber das gefiel den Fans nicht. Sie wollten, dass unsere „Dreierehe“ nicht zerstört wird. Es gab später Überlegungen, uns umzubesetzen, aber der Zeitpunkt wurde verpasst. Jetzt wollen die Fans, von denen ja viele mit uns älter geworden sind, uns nicht mehr missen“, erzählt Jens Wawrczeck.
In den Shows verzichtet das Trio weise darauf, Kinder-Detektive zu spielen. „Wir gehen mit viel Selbstironie an die Rollen heran, präsentieren eine Hommage an die letzten 30 Jahre und an die Fans mit vielen Anspielungen auf alte Fälle. Das freut die Fans“, berichtet Wawrczeck. In der neusten Abenteuer-Show der drei Detektive, „Phonophobia, Sinfonie der Angst“, das erstmals nicht auf einem Buch beruht, stürzt das Ermittler-Trio mit einem Heißluftballon ab und gerät unter Menschen, die Gefühle wie Töne erzeugen können und so die Welt erobern wollen. Die drei ??? müssen ein Konzert stoppen, in dem der teuflische Plan umgesetzt werden soll.
Jens Wawrczeck und seine langjährigen Kumpels sind wieder mit großer Begeisterung dabei. Wawrczeck sagt aber auch: „Ob diese Tournee noch zu toppen ist, wage ich zu bezweifeln. Falls es die letzte Show sein sollte, wäre es ein würdevoller Abschied.“ Würde dem so sein, wäre Wawrczeck nicht arbeitslos. Im Gegenteil er könnte sich intensiver um seine eigenen Hörspiele und ums Theaterspielen kümmern. Wawrczeck ist der einzige Schauspieler von den drei Dauerdetektiven.

Schauspieler mit eigenem Hörspiel-Verlag

Kleine Theaterprojekte, die ihn überzeugen, liegen ihm sehr am Herzen. „Es wurmt mich schon, dass kleine Projekte, die mit viel Idealismus auf die Bühne gestellt werden, so wenig Aufmerksamkeit finden“, ärgert sich der vielseitige Schauspieler, der an etlichen Hamburger Theatern spielte. Wie der vom freien Theater Einwirkzeit produzierte Wolfgang-Borchert-Abend „In Hamburg kann die Nacht nicht süße Melodien summen“, in der Regie von Heike Skiba, der in den vergangene Jahren im Turm des Michels begeisterte und in dem Wawrczeck an der Seite von Maria Hartmann spielte.
Im eigenen Hörspiel-Verlag audoba produziert und spricht der umtriebige Künstler „vergriffene Klassiker“, Werke, die seiner Meinung nach zu Unrecht nicht mehr bekannt sind. In diesem Jahr zum Beispiel das Kinderbuch „Lassie kehrt zurück“, das Original, auf der die berühmte TV-Hunde-Serie Lassie aufbaute. Außerdem wird er alte Filmsongs singen und aufnehmen. „Ich liebe alte Filme“, gesteht Wawrczeck.
Und er liebt Hamburg. „Ich bin ein Nordlicht“, gesteht der Schauspieler, der in Dänemark geboren wurde. An der Alster fühlt sich Wawrczeck besonders wohl. Nur das Hamburger Klima findet er manchmal „schwierig“.
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