Ein Brückenschlag nach Indien

Anzeige
Dr. Amal Mukhopadhyay hilft seinen Landsleuten in Indien Foto/Repro: Gehm

Indischer Biochemiker gründete das Hanseatic India Forum. Hilfe vor Ort und am 5. Juli Vortrag

Von Dagmar Gehm
Rotherbaum Manche werden süchtig nach dem Rausch der Farben, der Klänge, der Düfte. Indien ist unermesslich reich, aber auch unfassbar arm.
Dr. Amal Mukhopadhyay hat sich mit sieben Begleitern aufgemacht in seine ehemalige Heimat, die er vor 33 Jahren verließ, um als Biochemiker in Hamburg zu arbeiten. 2009 gründete er den Hanseatic India Forum e.V. (HIF), der aktuell rund 30 Mitglieder zählt. Mit dem Ziel, eine Brücke zu bauen zwischen Hamburg und Indien, die Beziehungen zu festigen und ausbauen. Eines der Hauptanliegen ist das Gesundheitswesen in Indien. Im Museum für Völkerkunde gibt der 1. Vorsitzende nun mit zwei weiteren Mitgliedern einen Einblick in starke Kontraste: „Vielfältiges Indien – eine Bilderreise durch den Osten“ lautet die Veranstaltung am 5. Juli, angereichert durch Volkstänze von Sanjeevani Sanat Tawde.
Operationen nach
Sonnenuntergang
Die Himalaya-Staaten Darjeeling und Sikkim sowie Kalkutta in Westbengalen hat die achtköpfige Delegation besucht. Danach folgte eine Inspektion ihrer Sozialprojekte auf den Sunderbans, den abgelegenen Inseln am Gangesdelta, mit den größten Mangrovenwäldern der Welt. Ein Naturparadies. Doch „es fehlt an Infrastruktur und Kommunikationsmitteln. Die Elektrizität ist unzureichend oder gar nicht vorhanden. Die Bevölkerung leidet unter der unzureichenden Gesundheitsversorgung. Ein gravierendes Problem sind Todesfälle durch Schlangenbisse während der Monsunzeit. Oder Operationen nach Sonnenuntergang. Die Sterblichkeit bei Geburten ist sehr hoch, weil es im Krankenhaus keinen Strom gibt“, berichtet Dr. Mukhopadhyay.
Warum also nicht die stärkste Energiequelle nutzen, die dort fast ganzjährig vom Himmel strahlt? Das HIF hat daher vor zwei Jahren gemeinsam mit dem SolarForum e.V. aus Wedel eine Initiative gestartet, um auf den Sunderbans mit Spendenmitteln drei Krankenstationen mit solarbetriebenen Versorgungssystemen vom Typ SolarMedicus auszustatten.
Das Herzstück der Systeme bildet ein solarbetriebener Kühlschrank für die Aufbewahrung empfindlicher Medikamente, Impfstoffe und Seren. Eine OP-Lampe sorgt dafür, dass notwendige Operationen und Entbindungen auch nachts durchgeführt werden können.
„Bei der Veranstaltung im Völkerkundemuseum wird auch gezeigt, wie die Reisegruppe die erfolgreich abgeschlossene Projektarbeit bei einer der ärmsten Bevölkerungsgruppen Indiens begutachten konnte“, sagt der 68-jährige, der im heiligen Ort Benares, dem heutigen Varanasi, geboren wurde. „Stolz sind wir auch auf eine deutsche Backstube, die voraussichtlich im September in Betrieb genommen und von den Frauen des Dorfes in Eigenregie geführt werden wird.“

5. Juli, 16 Uhr, Museum für Völkerkunde Hamburg: Vielfältiges Indien – eine Bilderreise durch den Osten. Eine Veranstaltung des Hanseatic India Forums (www.hif-hamburg.de) e.V. Hamburg
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige