„Ein guter Schnitt“ in Hamburg-Nord

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Bäume werden in Hamburg schnell gefällt, wenn neue Häuser gebaut oder Straßen umgebaut werden Archivfoto: Haas

In der Fällsaison 2015/16 wurden mehr Bäume gepflanzt als gefällt

Hamburg-Nord Bäume werden schnell gefällt, wenn neue Häuser gebaut oder Straßen umgebaut werden. Nachpflanzungen sind nicht für alle gefällten vorgesehen und es dauert, bis Nachpflanzungen umgesetzt werden. So hat es oft den Anschein. Auch im Bezirk Hamburg-Nord. Ein Blick auf eine kürzlich vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) veröffentlichte Karte lässt den Bezirk dagegen als vorbildlich erscheinen: er ist der einzige, in dem in der Fällsaison 2015/16 mit 346 Stück mehr Bäume gepflanzt als mit 308 Stück gefällt wurden.

Nachpflanzungen transparent gehalten


„Wir haben die Daten aus den Bezirksämtern übernommen“, erläutert Katharina Schmidt, beim Nabu für die Bäume zuständig. Und zollt dem Bezirk großes Lob: „Hamburg-Nord ist der einzige Bezirk, in dem auch alle Nachpflanzungen in Grünanlagen und Parks aufgelistet werden. Das ist sehr transparent. Dieser Bezirk setzt Nachpflanzungen zeitnah um. Er zeigt, wie es gehen kann.“ Und die Liste weise bei den Straßenbäumen in diesem Winter nahezu ausgeglichene Bilanzen auf. „Wir haben 165 Straßenbäume gefällt und werden 164 nachpflanzen. In den Grünanlagen haben wir 193 gefällt und werden 201 nachpflanzen. Wir bemühen uns um eine ausgeglichene Bilanz“, berichtet Hans-Hermann Lahtz, der Leiter der Abteilung Stadtgrün im Bezirksamt Hamburg-Nord. In den dicht bebauten Stadtteilen könne nicht immer 1:1 nachgepflanzt werden, aber es werde immer ein Standort in der Nähe für eine Nachpflanzung gesucht, betont Lahtz. „Wir konkurrieren mit Leitungen und Stadtmobiliar aller Art“, erläutert Lahtz die erschwerten Bedingungen seiner Abteilung beim Bäume nachpflanzen.
Er zeigt einen Baumstumpf in der Breitenfelder Straße. „Der bleibt so stehen als Platzhalter für die Nachpflanzung“, erläutert der Stadtgrün-Leiter. Denn die Nachpflanzungen erfolgen meistens erst im Herbst nach den Fällungen des vorherigen Winters. „Dann bekommen die Bäume die beste Feuchtigkeit. Manchmal wird auch schon im Sommer gepflanzt“, berichtet Lahtz. In der Umweltbehörde freut man sich über die eifrigen Baumfreunde aus Hamburg-Nord, relativiert aber auch die Zählungen. „Neue Bäume in Grünanlagen kann man genau genommen nicht zählen. Nicht alle sind gepflanzt worden. Sie können auch von selbst gewachsen sein“, erzählt Jan Dube, der Sprecher der Umweltbehörde. Das Thema der Zählungen, so Dube, habe „so viele Schattierungen“. Für ganz Hamburg kann er folgende Statistik vorweisen: Bestand an Straßenbäumen 2008: 230.000, 2016: 225.000. „Das ist ein Verlust von zwei bis drei Prozent. Wir sind damit die zweitgrünste Stadt Deutschlands. Ein guter Schnitt.“ (ch)
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5 Kommentare
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Michael Kahnt aus Barmbek | 08.03.2016 | 13:38  
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Alexander Kleinow aus Barmbek | 08.03.2016 | 15:06  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 15.03.2016 | 08:16  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 15.03.2016 | 08:17  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 31.03.2016 | 07:23  
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