Ein Herz für Flüchtlinge

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Rechtsanwältin Hendrikje Blandow-Schlegel (links) will die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Sophienterrasse 1 durch die Gründung einer Initiative unterstützen. Pastorin Birgitta Heubach-Gundlach befürwortet dieses Engagement Foto: Hanke
 
Das ehemalige Kreiswehrersatzamt an der Sophienterrasse soll eine Wohnunterkunft für Flüchtlinge werdenFoto/Archiv, wb

Initiative in Harvestehude will sich am 21. November gründen

Von Christian Hanke
Harvestehude. Seit Wochen ist es Stadtgespräch und ganz besonders ein Stadtteilgespräch in Harvestehude: die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Ecke Sophienterrasse / Mittelweg in einem Verwaltungsgebäude der Bundeswehr. Torsten Sevecke, der Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel, hat sich für den Standort ausgesprochen. Die Sozialbehörde will ihn. Derzeit verhandelt die Stadt mit dem Bund, um das Gebäude zu erwerben. Eine Entscheidung soll im Dezember fallen.

Flüchtlinge unterstützen

Nun kommt Unterstützung für eine Flüchtlingseinrichtung mitten aus dem Stadtteil. Rechtsanwältin Hendrikje Blandow-Schlegel will gemeinsam mit anderen Harvestehudern eine Initiative gründen, um die geplante Flüchtlingsunterkunft zu unterstützen und Flüchtlingen konkrete Hilfe bieten zu können.
Am Donnerstag, 21. November, will sich die Initiative konstituieren. Birgitta Heubach-Gundlach, Pastorin von St. Johannis-Harvestehude, befürwortet dieses Anliegen ausdrücklich und will sich als Moderatorin einbringen. Hendrikje Blandow-Schlegel fühlte sich sofort aufgefordert, etwas für künftige Flüchtlinge in Harvestehude zu tun, auch weil sie vor Jahren ein von Flüchtlingen bewohntes Containerdorf an der Loogestraße in Eppendorf betreut hat. „Ich suchte sofort den Kontakt zu Birgitta Heubach-Gundlach und sagte ihr: Das ist auch eine Aufgabe für die Gemeinde“, sagt die Rechtsanwältin. Die Pastorin stimmte einem konstruktiven Dialog zu und will der Initiative auch Räumlichkeiten zu Verfügung stellen.

„Wir haben viele positive Zusagen bekommen.“ Hendrikje Blandow-Schlegel
Bisher haben sich 33 Bürger bereit erklärt mitzumachen. „Wir haben viele positive Zusagen bekommen“, freut sich Hendrikje Blandow-Schlegel. Auch von den Schulen und Kindertagesstätten des Stadtteils. Sinn der Initiative sei, die Behörden unterstützen. Sobald man weiß, aus welchen Ländern die Flüchtlinge kommen, könnten entsprechende Dolmetscher organisiert werden. Die Flüchtlinge sollen bei Behördengängen und bei Arztbesuchen unterstützt werden. „Viele sind möglicherweise traumatisiert. Sie brauchen unsere Hilfe“, findet Rechtsanwältin Hendrikje Blandow-Schlegel. Aber die Initiative will ebenso Freizeitaktivitäten für die Neuankömmlinge im Stadtteil organisieren.
Auch den weiteren Lebensweg der Flüchtlinge hat sie bereits im Blick. „Nach neun Monaten können die Flüchtlinge hier arbeiten. Wir haben Spezialisten für Integration und Weiterbildung in unserer Initiative. Die können ihnen entsprechend ihrer Fähigkeiten helfen“, erläutert Hendrikje Blandow-Schlegel.
Als erstes aber will die neue Initiative mit den Nachbarn der künftigen Einrichtung sprechen, um Ängste abzubauen und auch, um Fragen zu beantworten. Es sei ja nur natürlich, dass Unsicherheit herrsche, wenn plötzlich 200 Menschen mehr in so einer kleinen Straße leben werden. Auf einen fruchtbaren Dialog hofft Blandow-Schlegel auch mit der Bürgerinitiative Sophienterrasse, die vor Jahren wegen der Neubebauung des Bundeswehr-Geländes gegründet wurde. Noch herrscht unter deren Mitgliedern kein klares Meinungsbild zur geplanten Flüchtlingunterkunft. „Wir werden uns demnächst zusammensetzen und Fragen an das Bezirksamt formulieren“, sagt der Sprecher der Initiative, Klaus Kaldenberg, dem WochenBlatt.
Unterstützung für die Flüchtlingsunterkunft kommt aber auch aus diesem Kreis. Einige ihrer Mitglieder wollen sich auch für die neue Initiative engagieren.

Kontakt zur Flüchtlingsinitiative: henrikjeblandow@web.de
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