Eine geübte Vermittlerin für Winterhude

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Das Leitmotiv vom Restaurant „Kesselhaus“ auf dem Alsterdorfer Markt steht auch für Bettina Prott: „Geschmack am Miteinander“ Foto: to

Bettina Prott (64) ist die neue SPD-Distrikt-Vorsitzende. Die Juristin hat umfangreiche Erfahrungen

Von Thomas Oldach
Winterhude
Bezahlbare Wohnungen, aber auch Platz für Mittelständler und Gewerbe liegen ihr genau so am Herzen wie die Entwicklung der U5 mit entsprechender Bürgerbeteiligung: Bettina Prott will sich als neue Distriktsvorsitzende der SPD Winterhude-Nord für ein besseres Miteinander aller Beteiligten zum Wohle aller Bürger einsetzen. Denn wie man für einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen sorgen kann, weiß sie seit Jahren. Auch deshalb hat sich der SPD-Distrikt Winterhude-Nord bereits im März für Bettina Prott als Chefin entschieden. In der Hamburger Sozialbehörde hat ihr Name auch ein dreiviertel Jahr nach ihrer Pensionierung immer noch einen sehr guten Ruf. Denn Bettina Prott war es, die in vorderster Front als Beamtin die Auswirkungen des gewaltigen Flüchtlingszustroms im vergangenen Jahr mit ihren rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern managen musste. Als Abteilungsleiterin „Wohnungslosenhilfe und öffentliche Unterbringung“ musste sie den wohl härtesten Job der Stadt machen. Denn die heute 64-Jährige musste den täglich in Hamburg ankommenden Menschen ein Dach über dem Kopf verschaffen.

„Flüchtlingsstrom hat uns nahezu überrollt“


Und obwohl sie eigentlich nur ein Rädchen im großen Verwaltungsgetriebe war, „durfte“ sich Bettina Prott auch den „Wutbürgern“ stellen, die zum Teil drastisch nachfragten, warum ausgerecht direkt in ihrer Nachbarschaft Flüchtlinge unterkommen sollten. Freundlich, aber bestimmt hat die studierte Juristin ihren Job gemacht. Immer bemüht, für einen Ausgleich der Interessen zwischen Ansprüchen und Notwendigkeit zu sorgen. Gelungen ist es ihr in vielen Fällen. Hätte man im Nachgang betrachtet etwas anders machen können? „Nein“, sagt Bettina Prott entschieden: „Der Flüchtlingsstrom hat uns nahezu überrollt. Wir konnten die Bürger schlichtweg nicht eher informieren. Aber wir haben es gut verstanden, sie im Rahmen der Möglichkeiten rechtzeitig mitzunehmen.“ Und: „Die Präsentationen der Konzepte vor den Bürgern haben mir Spaß gemacht. Vermittlung ist ein schwieriger, aber lohnenswerter Weg.“

Geübte Konfliktmanagerin


Andere mitnehmen auf dem Weg zu einem guten Konsens ist ohnehin das Leitmotiv der sozial engagierten Hamburgerin, die auch zum Vorstand der „Wohnbrücke“ gehört, die sich für die Unterbringung von Wohnungslosen – insbesondere Geflüchteten – in Wohnungen einsetzt. Engagieren will sich Bettina Prott, die keine Ambitionen auf ein Bezirks- oder Bürgerschaftsmandat ihrer Partei (seit 35 Jahren dabei) hegt, nun im SPD-Distrikt Winterhude-Nord. Hier im Hamburger Norden ist sie aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat eigentlich ihr ganzes Leben gelebt. Sie will versuchen, unterschiedlichen Interessen und Ansichten Gehör zu verschaffen und mitzuhelfen, dass der Hamburger Norden weiterhin lebenswert bleibt. Sie freut sich, dass das Planetarium im Bezirk Nord geblieben ist und attraktiv modernisiert wird. Sie will sich für sozialen Wohnungsbau einsetzen, doch soll Gewerbe nicht vertrieben werden. Ein Mix sollte ausprobiert werden. Im Zusammenhang mit dem geplanten U5-Bau ist sie Realistin: „Da gibt es sicherlich ein hohes Protestpotenzial.“ Aber dafür ist sie ja eine geübte Konfliktmanagerin…

Anfragen und Anregungen an: bettina.prott@gmx.de
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