Eine Halle, die alle bewegt

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Vollständig barrierefrei soll sie sein – die neue Sporthalle der Bugenhagen-Schule in Alsterdorf
 
Eine Halle für alle: Kinder mit Handicap sollen Sport treiben können

SPD: Stadt soll Sporthallenbau mit 1,2 Millionen Euro unterstützen

Von Daniela Barth
Alsterdorf. Es ist ein Hamburger Leuchtturmprojekt – das haben jetzt auch Politiker der Hansestadt erkannt: An der Bugenhagen-Schule an der Elisabeth-Flügge-Straße wird seit Mai dieses Jahres die erste vollständig barrierefreie Sporthalle Hamburgs gebaut – am 31. Oktober ist das Richtfest geplant. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion beantragt nun in der Bürgerschaftssitzung am 25. Oktober die Bereitstellung von 1,2 Millionen Euro für den Sporthallenbau.
Eine schöne Überraschung für die Evangelische Stiftung Alsterdorf, zu der die staatlich anerkannte Bugenhagen-Schule in freier Trägerschaft gehört. „Wir sind sehr froh über die politische Unterstützung, obwohl wir keine finanzielle Förderung erwartet hatten“, sagt Hans-Georg Krings, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung. Für eine Schule in privater Trägerschaft gibt es sonst eigentlich keine gesonderte Bezuschussung. Ungelegen käme diese Finanzspritze indes nicht. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf und die Bugenhagen-Schule konnten bisher durch kreative Finanzierungskonzepte wie die Kampagne „Eine Million Bauherren gesucht“, bei der sich jeder durch eine kleine Spende an der Baufinanzierung beteiligen kann, eine hohe Eigenbeteiligung der Stiftung und verschiedene Darlehen die Gesamtbaukosten von rund 4,9 Millionen Euro decken – bis auf rund 1,6 Millionen Euro.
Immerhin wurden schon rund 880.000 Euro über die Aktion „Eine Million Bauherren gesucht“ eingenommen. Was offenbar auch den Bürgerschaftsabgeordneten imponiert: „Die breite Unterstützung für das Projekt durch die Spenden vieler Hamburgerinnen und Hamburger hat für uns Vorbildcharakter“, sagt Juliane Timmermann, Fachsprecherin Sport der SPD-Fraktion. Der Zugang von Menschen mit Behinderung zum Sport stelle einen zentralen Baustein zur Inklusion dar - da bedürfe es insbesondere auch einer barrierefreien Infrastruktur und Ausstattung. „Diese wollen wir mit den 1,2 Millionen Euro gern ermöglichen“, begründet Juliane Timmermann das Engagement ihrer Partei. Mit der Finanzierung solle der Sporthallenbau unterstützt und so eine 60-prozentige öffentliche und entgeltfreie Nutzung der Hallenzeiten für den Behindertensport sowie ein adäquates Aus- und Fortbildungsangebot abgesichert werden. Denn wenn das Geld von der Stadt kommt, dann „kann auch noch ein großer Schulungsraum angebaut werden“, sagt Hans-Georg Krings. „Die neue Halle kann einen Meilenstein zur Erreichung des Dekadenziels im Sport sein, mindestens 25 Prozent der Menschen mit Handicap in Hamburg den Zugang zum Sport zu ermöglichen“, so Juliane Timmermann.
Entscheidet sich die Bürgerschaft für die Finanzierung, dann schließt das Landessportamt mit Stiftung und Schule einen Rahmenvertrag ab, der die 60-prozentige öffentliche Nutzung der barrierefreien Dreifeldhalle garantiert. Die Restzeit wird die Bugenhagen-Schule nutzen, die geteilt ist in die Integrationsschule (als Grund- und Gesamtschule mit Integrationslern-gruppen) und in die Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf.
Vollständige Barrierefreiheit bedeutet, dass die Dreifeldhalle nicht ausschließlich rollstuhlgerecht ist, sondern auch den besonderen Bedürfnissen anderer Behinderungsformen angemessen ausgestattet wird. Das heißt: Es gibt beispielsweise breitere Türen und Umkleideräume, die Rollstuhlfahrern gerecht werden. Eine Induktionsschleife, eine besondere Hallenakustik, Ton- und Lichtklingeln, Brailleschrift und ein besonderes Farbkonzept für die Türen sorgen dafür, dass sich Hör- und Sehgeschädigte, Gehörlose, Blinde und Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen besser in der Halle zurechtfinden können.
Ferner wird durch die Berücksichtigung ökologischer Aspekte bei der neuen Sporthalle ein nachhaltiges Baukonzept verfolgt. Hierzu zählt die Begrünung des Daches ebenso wie die spätere Nutzung der Abwärme des ebenfalls neu gebauten unterirdischen Rechenzentrums von Data-Port (das die Hansestadt nutzt) zur Beheizung der Turnhalle.
Im März kommenden Jahres soll die Halle in Betrieb genommen werden. (ba)
u Wer sich an der Spendenaktion „Eine Million Bauherren gesucht“ beteiligen - zum Beispiel für Sportgeräte - möchte, kann sich im Internet unter Eine Million Bauherren gesucht informieren und anmelden.
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