Eppendorf: Flüchtlingsheim spaltet Anwohner

Wann? 21.06.2017

Wo? Curschmannstraße 39, Curschmannstraße 39, 20251 Hamburg DE
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Dieser Sarg lag kurzzeitig auf dem Grünstreifen Loogestraße Foto: privat
 
Auf dem Grünstreifen zwischen Loogestraße und U-Bahntrasse soll eine Unterkunft für 104 Geflüchtete gebaut werden Grafik: wb
Hamburg: Curschmannstraße 39 |

Infoveranstaltung zum geplanten Bau einer Flüchtlingsunterkunft in der Loogestraße soll die Wogen glätten

Von Christian Hanke
Eppendorf
Was ist Bürgerbeteiligung? Um diese Frage kreiste eine Debatte zur geplanten Flüchtlingsunterkunft Loogestraße im Regionalausschuss. Der Anstoss: eine heftige Kritik des Eppendorfer Aktivisten Götz von Grone am Vorgehen von Bezirksamt und den Mehrheitsparteien SPD und Grüne in der Aktuellen Viertelstunde und ein Antrag der CDU, die den geplanten Runden Tisch zur Integration der 104 Geflüchteten, die in der Unterkunft Loogestraße untergebracht werden sollen, mit den Eigenschaften des von der CDU geforderten und mehrheitlich abgelehnten Bürgerforums ausstatten wollte. Im Streit um diese beiden Gremien ging‘s zunehmend nur um die Fragen: Wie viel Bürgerbeteiligung tut ab wann not für die Begleitung von Geflüchteten in Eppendorf?

CDU und direkte Anwohner für frühe Beteiligung


Die CDU und viele Eppendorfer, meist Anwohner der Loogestraße, fordern die sofortige Einrichtung eines Gremiums, in dem Bürger Vorschläge unterbreiten können, die dem zuständigen Ausschuss zur Entscheidung vorgelegt werden. Im Sinne einer rechtzeitigen Beteiligung von Bürgern an den geplanten Maßnahmen, die Initiativen immer wieder gefordert hatten, was von der Stadt zugesagt wurde.
Das Bezirksamt, SPD, Grüne und Linke sowie die Initiative „Welcome to Eppendorf“ sehen allerdings derzeit keinen Bedarf für eine Bürgerbeteiligung, die ihrer Ansicht nach in Bezug auf die Entscheidung für die Loogestraße in den bezirklichen Sitzungen ausreichend berücksichtigt wurde.

SPD, Grüne und Linke für Runden Tisch


„Die am intensivsten begleitete Flüchtlingsunterbringung Hamburgs ist die Loogestraße“, behauptete der stellvertretende Bezirksamtsleiter Tom Oelrichs sogar. Bürgerbeteiligung findet nach Ansicht von Bezirksamt, SPD, Grünen und Linken künftig am Runden Tisch ausreichend Berücksichtigung. Der Runde Tisch, ein bewährtes Gremium in Hamburg-Nord, soll allerdings erst kurz vor dem Bezug der Unterkunft eingerichtet werden. Viel zu spät, finden CDU und viele Anwohner. „SPD und Grüne haben Angst vor den Menschen, die gegen die Loogestraße sind. Sie haben darauf verzichtet ein Einvernehmen mit den Kritikern herzustellen“, warf Götz von Grone der „Regierungsfraktion“ vor. Michael Schilf, der Sprecher der Grünen im Ausschuss, befürchtet dagegen, dass Bürger enttäuscht werden, wenn der Runde Tisch zu früh eingerichtet wird und noch nichts besprochen werden kann.

„Kunstinstallation“ Sarg


Neuester Aufreger: auf dem Grünstreifen an der Loogestraße befand sich kurzzeitig eine „Kunstinstallation“ – ein Sarg. Auf einer von drei Schleifen stand unter anderem: „Opfer Rot/Grüner Borniertheit“. Die Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes Hamburg-Nord hatte schon vor Wochen zwei Quadratmeter Fläche auf dem Grünstreifen für die Installation genehmigt, ohne von der Art des „Kunstwerks“ etwas zu wissen. Bezirksamtsleiter Harald Rösler ließ das „Kunstwerk“ abräumen. und bezeichnete den Sarg als „Geschmacklosigkeit“ und „provokanten Unfug“.

Infoveranstaltung


Alles Wissenswerte, auch der weitere bekannte Zeitplan, wird auf einer Infoveranstaltung am 21. Juni, 18 Uhr, in der Aula der Stadtteilschule Eppendorf, , bekanntgegeben.
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6 Kommentare
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Marthe Friedrichs aus Eppendorf | 13.06.2017 | 14:04  
1.310
Elke Noack aus Rahlstedt | 13.06.2017 | 18:30  
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Marthe Friedrichs aus Eppendorf | 13.06.2017 | 20:47  
16
Michael Deiwick aus Eppendorf | 14.06.2017 | 10:33  
1.310
Elke Noack aus Rahlstedt | 14.06.2017 | 12:36  
2.230
Kai Debus aus Alsterdorf | 26.06.2017 | 14:42  
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