Eppendorfs Monopterus

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Hamburg: Haynspark Eppendorf | Moderne Zeiten

Otto Linnes Name ist besetzt mit Dank und Ehr',
sein Schaffen war der Stadtpark und noch vieles mehr.
Im schönen Eppendorf bezeugt sein Wirken
ein kleiner Tempel, die Säulen weiß wie junge Birken.

Da steht er - weithin sichtbar in dem jungen Grün:
Unser Monopterus. So strahlend und so kühn.
Herr Linne, der ihn einst für uns erdacht,
hat aber wohl die Rechnung ohne Wirt gemacht.

Schneeweiß und rein – so sollte er die Jahre überdauern,
doch kaum gestrichen, sind die da, die darauf lauern,
die Säulen, die so weiß im Frühling leuchten,
mit buntem Farbgekleckse ringsum zu befeuchten.

Mag sein, manch einer ist darum bemüht
und hat Graffiti-Herzchen aufgesprüht,
weil die Moderne hier in unseren Breiten
genau so liebt wie schon zu Linnes Zeiten.

Doch eher ist es Sprühen ohne Kunst und Charme;
ein Chaos auf dem Weiß mit hohem Farbalarm.
Ich suchte erstens und vergeblich nach dem Sinn
und zweitens: Warum nehmen wir das hin?

Wär' es nicht klüger und dazu charmant,
die grünen Ranken nähmen's in die Hand
und ließen Efeu an dem kleinen Tempel sprießen?
Dann könnten uns die Sprayer gar nicht mehr verdrießen.

Auch läge der Gedanke wohl nicht ferne,
man könne sparen – tun wir doch so gerne.
So würde Jahr um Jahr der Tempel frisch dort stehen.
Herr Linne bräuchte sich im Grabe nicht zu drehen.

©Margret Silvester, Sommer 2014
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