Erstaufnahmen in Hamburg schließen

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Unterkünfte für Geflüchtete: Hamburg verlagert Aktivitäten und schließt Erstaufnahmen. Dafür sind Folgeunterkünfte für rund 35.000 Menschen geplant Foto: wb

Stadt will Folgeunterkünfte für rund 35.000 Menschen eröffnen

Von Frank Berno Timm
Hamburg

Nach Schätzungen des Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge (ZKF) werden im Jahr 2017 monatlich rund 400 Flüchtlinge nach Hamburg kommen. Untergebracht werden nicht nur Flüchtlinge, sondern auch so genannte „Wohnungsnotfälle“, also Menschen ohne eigene Bleibe.

Drei Typen von Unterkünften

Die Prognose, dass 400 Flüchtlinge in Hamburg monatlich untergebracht werden müssen, ergebe sich aus monatlichen Mittelwerten (März bis Dezember 2016) und einem Risikoaufschlag. Stadtweit werden demnach 4.800 Neuzugänge erwartet. Rund 3.000 Familienangehörige könnten außerdem nachkommen, 4.500 Wohnungsnotfällen würden Unterkünfte bereitgestellt. Hamburg werde in diesem Jahr 35.000 Kinder, Frauen und Männer unterbringen müssen, erklärt der ZKF. Die Stadt unterscheidet dabei drei Typen von Flüchtlingsunterkünften: In den Erstaufnahmen verbringen Asylbewerber den ersten Teil ihres Verfahrens. Normalerweise können sie nach sechs Monaten in Folgeeinrichtungen (auch öffentlich-rechtliche Unterbringung genannt) umziehen. Der dritte Typ hat in den letzten Jahren für heftige Diskussionen in Hamburg gesorgt: Es sind Flüchtlingsunterkünfte mit der Perspektive Wohnen.

19 Folgeeinrichtungen geplant

Die Stadt will nach eigenen Angaben 19 Folgeeinrichtungen bauen oder erweitern. Dort untergebrachte Menschen haben entweder den ersten Teil des Asylverfahrens hinter sich oder sind obdachlos. Bislang leben laut ZKF-Chef noch immer 6.300 Menschen zu lange in Erstaufnahmen, sie werden „Überresidente“ genannt. Die Stadt erklärt außerdem, dass aus vertraglichen, rechtlichen und baulichen Gründen 1.500 bestehende Plätze der öffentlich-rechtlichen Unterbringung abgebaut werden müssten. Bis Ende des Jahres sollen nur noch knapp 5.000 Plätze in Erstaufnahmen existieren (jetzt rund 13.000). Weitere Schließungen würden geprüft. In Folgeeinrichtungen soll es bis Ende des Jahres mehr als 34.000 Plätze geben (jetzt rund 27.000).

Erstaufnahmen

Es werden zwölf der insgesamt 32 Einrichtungen geschlossen. Damit könnten alle prekären Plätze in Baumärkten und Gewerbehallen abgeschafft werden. Aufgegeben werden unter anderem folgende Standorte:
- im Bezirk Eimsbüttel: Niendorfer Straße (240 Plätze); Kieler Straße – ehemalige
Medimaxx-Halle (350 Plätze)
- im Bezirk Mitte: Wendenstraße (130 Plätze); Kurdamm (130 Plätze) Karl-Arnold-Ring (160 Plätze)

Folgeeinrichtungen

Es werden außerdem unter anderem folgende Einrichtungen gebaut oder erweitert:
- im Bezirk Eimsbüttel; Hagendeel Baufeld A und B (288 und 240 Plätze);
Holsteiner Chaussee (168 Plätze)
- im Bezirk Nord: Maienweg (200 Plätze); Krausestraße (40 Plätze); Averhoffstraße (311 Plätze); Tessenowweg Erweiterung (112); Hufnerstraße Erweiterung (84 Plätze); 80 Plätze in Eppendorf; geprüft werden alternativ Seelemannpark sowie Loogestraße

Perspektive Wohnen

An sechs Standorten sollen laut ZKF rund 4.500 Plätze im Standard des Wolhnungsbaus bereitgestellt werden:
- An drei Standorten Duvenacker (Eimsbüttel), Haferblöcken (Mitte), Poppenbütteler Berg/Ohlendieck (Wandsbek) würden in diesem Jahr die ersten
Plätze bezugsfähig.
- Am Elfsaal (Wandsbek) wurden laut ZKF die ersten Plätze bereits im vergangenen Jahr bezogen.
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