Es blüht in der Schottmüllerstraße

Anzeige
Bunte Pracht an der Schottmüllertsraße: Astrid Bosselmann und Geoffrey Köpplinger haben mit anderen Anwohnern eine Patenschaft für die Bepflanzung übernommen. Dafür erhielt Astrid Bosselmann schon eine Urkunde Foto: Hanke
 
Eine Anwohnerin schmückte ein Bäumchen sogar mit Ostereiern Foto: Hanke
Hamburg: Schottmüllerstraße |

Anwohner-Initiative in Eppendorf sorgt für eine bunte Pracht

Von Christian Hanke
Eppendorf
Die Schottmüllerstraße ist eine vierspurige Hauptstraße mitten in Eppendorf. Schrottmüllerstraße sagten früher manche Anwohner abfällig, weil die begrünten Seitenstreifen und der Mittelstreifen wenig Ansehnliches boten. Das hat sich in den letzten Jahren gravierend geändert. Anwohnerin und Landschaftsplanerin Astrid Bosselmann begann 2013, den Seitenstreifen vor ihrer Haustür gezielt zu begrünen. „Ich habe immer aus meiner Wohnung im dritten Stock auf die Straße geguckt. Irgendwann dachte ich: Jetzt muss ich etwas tun“, erzählt Astrid Bosselmann. Bald unterstützten sie Nachbarn, fanden sich zur Bürgerinitiative Oda Schottmüller zusammen, gaben sich den Namen der Widerstandskämpferin gegen die Nazis, nach der die Schottmüllerstraße 2014 neu benannt wurde.

Spenden willkommen

Nun ist die Schottmüllerstraße eine blühende Pracht. Auf dem breiten östlichen Seitenstreifen und dem Mittelstreifen zwischen den Fahrbahnen blühen Gehölze wie Buchsbaum, Eiben, Rosen und Hortensien, von den Stauden Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und Christrosen sowie Vinca, japanische Seggen, Elfenblumen und einiges mehr. Vor der gegenüberliegenden Marie-Beschütz-Schule legte Astrid Bosselmann ein Beet mit Pflanzen für Schmetterlinge und Bienen an. Rund 100 verschiedene Gewächse hat Astrid Bosselmann im Laufe der letzten vier Jahre angepflanzt. Am Anfang allein und auf eigene Kosten. Dann mit tatkräftiger Unterstützung der etwa zehn Mitglieder der Bürgerinitiative, die die Pflanzen alle reihum mit Wasser versorgen. Von Anwohnern und umliegenden Geschäften kommen mittlerweile Geld- und Sachspenden. Die Initiative erhält zum Beispiel Blumenzwiebeln, die nicht mehr gebraucht werden oder Wasser. „In diesem Jahr haben wir bereits Spenden in Höhe von 600 Euro erhalten“, erzählt Geoffrey Köpplinger, der erste Nachbar, der Astrid Bosselmann unterstützte. Damit könnte jetzt ein Kräuter- und Duftbeet angelegt werden, das Astrid Bosselmann an der Ecke Martinistraße plant.

Patenschaft

Die Initiative hat eine Patenschaft für die bepflanzbaren Flächen der Schottmüllerstraße übernommen. Die Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes Hamburg-Nord war sofort begeistert, als Astrid Bosselmann fragte, ob sie in der Schottmüllerstraße etwas anpflanzen dürfe, und stellte der Initiative die in Frage kommenden Flächen zur Verfügung. Das bedeutet, dass Stadtgrün die Flächen nicht mehr anfasst. Die Initiative muss hier aber auch für alles sorgen. „Die Resonanz auf die Bepflanzung war sehr positiv“, berichtet Geoffrey Köpplinger. Aber es könnten gern noch mehr Anwohnerinnen oder Anwohner sein, die die Initiative bei ihrer geschmackvollen Begrünung der Schottmüllerstraße helfen. Denn die Initiative hat noch viel vor. Nicht nur die Schottmüllerstraße soll vollständig begrünt werden. Astrid Bosselmann und Geoffrey Köpplinger haben schon ein Auge auf die Kreuzung mit Erika- und Martinistraße geworfen. Die könnte auch eine gezielte Begrünung gebrauchen. Darüber hinaus wollen die Pflanzenfreunde Anwohner anderer Eppendorfer Straßen anregen, sich mit dem Straßenbegleitgrün vor der eigenen Haustür zu beschäftigen.

Tipps

Die Initiativmitglieder stehen mit Ratschlägen gern zur Verfügung (Köpplinger: Telefon 0170 96 111 45 oder geoff.koepplinger@web.de). Damit ganz Eppendorf ein wirklich grüner Stadtteil werde…
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige