„Es ist Chaos am Mühlenkamp“

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Skurriler Klobürsten-Protest gegenskurrile Verkehrspfosten auf dem Mühlenkamp Foto: Hagen/wb
 
Jede Menge Anmerkungen haben Anwohner zum umgebauten Mühlenkamp Foto: flü

Anlieger ziehen überwiegend negative Bilanz zu den neuen Verkehrsführungen

Winterhude Die Baumaßnahmen für die Busbeschleunigung am Mühlenkamp sind so gut wie abgeschlossen. Am Freitag wurden auf den als Provisorium geklebten Verkehrsinseln Plastikpfosten errichtet. Da offenbar keiner so genau weiß, wozu die jetzt noch dienen sollen - außer zur vollkommenen Irritation - krönten Anwohner diese am Wochenende mit Klobürsten...
Die Initiative „Unser Mühlenkamp“ rief indes zur Bestandsaufnahme ins Goldbekhaus. Rund 80 Anwohner und Geschäftsleute beantworteten die Fragen von Initiator Bernd Kroll in den Kategorien „Was ist besser geworden“, „Was hat sich verschlechtert“ und „was muss dringend geändert werden.“ Die Ergebnisse sollen in einen Forderungskatalog einfließen und mit in die bevorstehende „Begehung mit den Spitzen von Rot / Grün aus der Bürgerschaftsfraktion“ genommen werden, so Kroll.
Systematisch wurden die Auswirkungen für Anwohner, Geschäftsleute und Verkehrsteilnehmer am Mühlenkamp und den umliegenden Straßen zusammengetragen. Gut kommt der noch junge Umbau dabei nicht weg: Durch die Semperstraße würde nun deutlich mehr Verkehr fließen und damit auch der Lärm zunehmen. Fußgänger hätten Mühe, die Straße zu überqueren und Radfahrer würden vermehrt auf die Fußwege ausweichen. Auch in der Geibelstraße und der Schinkelstraße hätten Verkehr und damit auch Lärm zugenommen. Ruhiger sei es nun dafür in der Preystraße mit der neuen Einbahnregelung. „Das Linksabbiegen mit dem Rad vom Mühlenkamp ist aber gefährlich“, merkte eine Besucherin an. In der Gertigstraße würden nun zwar weniger Autos Richtung Barmbeker Straße fahren, aber dafür staut sich der Verkehr oft in Richtung Mühlenkamp. Für hohes Gefahrenpotenzial würde das fehlende gelbe Blinklicht an der Ampel Gertigstraße sorgen. Im Poelchaukamp würden Staus durch Lieferfahrzeuge entstehen, die hier zum Parken ausweichen und ein hohes Gefahrenpotenzial sei durch den fehlenden Hinweis auf die Vorfahrt für die Preystraße gegeben.

Staus und Chaos


Verheerend fielen die Urteile über den Mühlenkamp aus: „Es ist das Chaos“, resümierte Ralph Larouette vom Restaurant „3 Tageszeiten“. Sobald zwei Busse an der Haltestelle Gertigstraße stadtauswärts stünden, gäbe es Stau. „Passanten stolpern über die Verkehrsinsel, es hat schon Stürze gegeben. Für Radfahrer ist es gefährlich, weil die Busse sehr dicht an ihnen vorbeifahren.“ Zudem würden Busse in beiden Richtungen häufig bei Rot über die Kreuzung Gertigstraße fahren und gefährliche Situationen hervorrufen.
Kritisch gesehen wurden die Fahrradschutzstreifen, die in beiden Richtungen plötzlich enden und Radfahrer durch überholende und drängelnde Fahrzeuge in Gefahrensituationen brächten. Die im Vorwege hoch umstrittene Verkehrsinsel würde trotzdem überfahren und auch das neue Linksabbiegeverbot in die Gertigstraße würde häufig ignoriert. „Bald ist jemand tot durch die Verkehrsinsel!“ befürchtet eine Geschäftsfrau. Den Teilnehmern lagen darüber hinaus die Neupflanzungen von Straßenbäumen im südlichen Teil des Mühlenkamps auf dem Herzen. Die Abnahme der Radfahrer auf dem Bürgersteig und weniger Zweite-Reihe-Parker im nördlichen Teil des Mühlenkamps wurden als positive Entwicklung beobachtet. Einige Anwesende missverstanden die Bestandsaufnahme allerdings als Wunschkonzert für die persönliche Verbesserung des Alltags auf Kosten anderer. So äußerte eine alte Dame ihren Unmut über die „zu lauten“ akustischen Ampelsignale für Blinde, die Gespräche in den umliegenden Cafés stören würden. Da Blinde doch „sehr sensibel für Geräusche“ seien, ließen sich diese Signale doch leiser stellen. (flü)
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4 Kommentare
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Michael Kahnt aus Barmbek | 24.06.2015 | 07:38  
6
Hans Dampf aus Winterhude | 25.06.2015 | 17:16  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 26.06.2015 | 09:29  
6
Hans Dampf aus Winterhude | 26.06.2015 | 09:49  
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