Espresso in Winterhude statt Laufsteg

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Die 32-Jährige sitzt in ihrem Winterhuder Café auf dem Tresen Foto: smi

Claudia Jakubowskas Leben nach der Model-Karriere

Von Chad Smith
Winterhude
Claudia Jakubowskas Prioritäten bestanden einst aus Kleiderwechsel und Fotoshootings. Heute interessiert sie sich jedoch viel mehr fürs Kaffee kochen und Kuchen backen. Die gebürtige Hamburgerin Jakubowska reiste länger als ein Jahrzehnt als Model um die Welt. Vor ein paar Jahren zog sie zurück nach Hamburg und eröffnete im Februar 2015 ein gemütliches und schickes Café in Winterhude. „Ich hatte wirklich eine schöne Zeit, aber ich bin auch sehr glücklich darüber, diese neue Phase meines Lebens zu beginnen“, sagt Jakubowska während sie einen Espresso hinter der Theke zubereitet. Die 32-Jährige war gerade erst fertig mit dem Abitur und eine junge, sorglose und lebenslustige Frau als sie an einem Morgen im August 2001 am Gänsemarkt von einem Talentsucher einer Hamburger Modelagentur angesprochen wurde und die Chance ihres Lebens angeboten bekam. „Erst war ich nicht sicher, ob das Angebot auch ernst gemeint ist“, sagt Jakubowska. Doch sie nahm an. Es folgten Arbeiten für Diesel, Esprit, Joop, Replay, Nivea und viele andere große Marken. Plötzlich war sie auf den Titelblättern von Elle, Jinx und der deutschen Vogue zu sehen und reiste für Fotoshootings in dutzende Länder. Die meiste Zeit ihrer Auslandsaufenthalte verbrachte sie in New York. Regelmäßig wurde sie dort von großen amerikanischen Kaufhäusern für Shootings gebucht. 2012 dann die Wende: „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen mit 40 immer noch in meiner 20 Quadratmeter großen Wohnung zu leben, die nur drei Minuten am Tag heißes Wasser hat.“ Aus dem Grund zog Jakubowska zurück nach Hamburg.
Weil sie sehr kontaktfreudig ist und das backen und herstellen von verschiedenen Espressovarianten liebt, wollte sie ein Café eröffnen. Es sollte aber kein typisches Café sein, sondern eines, das ihren Stil und Geschmack reflektiert. Heraus kamen mintgrüne Wände, neugepolsterte, antike Möbel, weiße Dielen und Ölbilder, die ihre Mutter gemalt hat. „Es soll sich wie ein Wohnzimmer anfühlen“, sagt Claudia Jakubowska über ihr Café an der Barmbeker Straße. Den Laufsteg und das Blitzlicht der Fotografen vermisst sie aber schon ein wenig. Ab und zu steht sie noch vor einer Kamera, meist in Hamburg. „Ich werde das modeln immer lieben,“ sagt sie. „Aber die Dinge ändern sich.“
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