Fahrradstraße rund um die Alster kommt

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Fahrradstraße Bellevue: So könnte sie aussehen Foto: Argus
 
Hamburg: Rund um die Alster sollen Radfahrer Vorfahrt bekommen Grafik: wb
Hamburg: Schwanenwik |

Auch am östlichen Ufer der Außenalster heißt es bald: Freie Fahrt für Radler. Parkplätze fallen weg

Von Christian Hanke
Hamburg-Winterhude
Nun werden auch für das östliche Ufer der Außenalster Fahrradstraßen geplant. In Winterhude soll die Straße Bellevue zwischen Fernsicht und Sierichstraße eine Fahrradstraße werden. Radler haben hier Vorrang vor Autos, die sich nach dem Radverkehr richten müssen und höchstens Tempo 30 fahren dürfen. Für die Bellevue wird auch überlegt, die Straße für Anlieger zu reservieren, worunter nicht nur die Anwohner, sondern auch Erholung an der Alster suchende Menschen verstanden werden, die also ein Anliegen haben, mit ihrem Auto an die Alster zu fahren.

65 Parkplätze fallen weg


Beim Umbau der Straße würden mindestens 65 Parkplätze wegfallen. Im Falle der Realisierung einer anderen Variante sogar 124. Autos könnten künftig entweder auf beiden Seiten zwischen den Bäumen oder nur auf der Häuserseite in Parkbuchten parken. Für die Straße Fernsicht sind von der Fahrbahn ab markierte Radfahrstreifen vorgesehen. Ein in einer zweiten Variante überlegter Zweirichtungsradweg an der Wasserseite wird von der Verkehrsbehörde nicht favorisiert. Auch weil die Veloroute 4 an der Einmündung Leinpfad nur in der ersten Variante sicher in einen Radfahrstreifen geführt werden kann. Für die Krugkoppel, die Verlängerung der Straße Fernsicht in Harvestehude, bevorzugen die Planer die Anlage eines Kreisverkehrs an der Einmündung in den Harvestehuder Weg gegenüber der Beibehaltung der Kreuzung und der Fortführung der Radfahrstreifen. Der in der Mitte der Kreuzung stehende Baum müsste für den Kreisverkehr gefällt werden. Er ist aber ohnehin „abgängig“, sprich dauerhaft nicht zu retten.

Sierichstraße bildet Ausnahme


Am anderen Ende des Winterhuder Bereichs der Fahrradachsen rund um die Außenalster bleibt notgedrungen alles beim Alten. Weil die Sierichstraße bekanntlich eine Richtungsstraße ist, muss der Zweirichtungsradweg über die Langenzugbrücke bestehen bleiben. Alles andere wäre zu kompliziert. Bleibt zu hoffen, dass hier keine Radwegebenutzungspflicht gilt, so dass Radler in Richtung Norden auch die Fahrbahn benutzen dürfen.

CDU übt scharfe Kritik


SPD und ADFC begrüßen die Planung. Die CDU übte scharfe Kritik. „Diese rot-grünen Planungen bedrohen den Charme der Quartiere rund um die Außenalster. Sie bedeuten eine Verschlechterung für zahlreiche Hamburger, die die Alster lieben“, monierte Christoph Ploß (CDU). In Bezug auf die erhebliche Reduzierung der Parkplätze sieht die SPD zumindest „besonderen Handlungs- und Gesprächsbedarf“. Dagegen begrüßt der ADFC die Planung auch bezüglich der Parkplätze: „Damit die Wege an der Außenalster zukünftig noch attraktiver für Radfahrende, Jogger und Fußgänger werden, muss die Politik auch hier den Mut haben, dem Autoverkehr Platz wegzunehmen.“ Diese Planung wurde kürzlich gemeinsam mit der Planung für Uhlenhorst öffentlich vorgestellt. Dort wird die Straße Schöne Aussicht zur Fahrradstraße. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) versprach Anregungen der Gäste aufzugreifen. Die Planung wird nach deren möglicher Einarbeitung erneut präsentiert.

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Der Rad-Reporter:


Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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2 Kommentare
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Karl Dirksen aus Eppendorf | 08.03.2017 | 01:36  
8
christian Götsch aus Horn | 10.03.2017 | 05:48  
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