FDP will U-Bahn-Anschluss

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Die unzureichende Anbindung an das Netz des öffentlichen Personenennahverkehrs (ÖPNV) ist ein Dauerproblem für Groß Borstel Montage: wb

Bezirkspolitik diskutiert über bessere ÖPNV-Anbindung von Groß Borstel

Groß Borstel U-Bahn oder nicht U-Bahn? Das war kürzlich in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord die Frage bei der Diskussion um die öffentliche Verkehrsanbindung an Groß Borstel. Die unzureichende Anbindung an das Netz des öffentlichen Personenennahverkehrs (ÖPNV) ist ein Dauerproblem für Groß Borstel und wird immer wieder bemängelt. Groß Borstel ist der einzige Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord, der über keine U- oder S-Bahnverbindung verfügt. In den nächsten Jahren wird sich dieses Verkehrsproblem zuspitzen – spätestens, wenn die 750 Wohnungen des Neubauprojekts Tarpenbeker Ufer bezogen worden sind. Anlässlich der Vorstellung erster Ideen für die neue U-Bahnlinie 5 (Bramfeld–Osdorfer Born) im Stadtentwicklungsausschuss brachten FDP sowie SPD und Grüne Anträge zur ÖPNV-Anbindung von Groß Borstel in die Bezirksversammlung ein.

Alte Idee: Bahntrasse


Die FDP griff auf eine alte Idee zurück: der Nutzung der Güterumgehungsbahntrasse für den ÖPNV. Über diesen Schienenstrang könnte eine U- oder S-Bahn Winterhude direkt mit Niendorf und Eidelstedt verbinden – und dabei Groß Borstel touchieren. Der neuste Vorstoß der Freidemokraten: nördlich des Bahnhofs Lattenkamp wird eine U-Bahn aus der U1 ausgefädelt und fährt an Groß Borstel vorbei zum Siemersplatz in Lokstedt zur neuen U5, die hier Richtung Westen zu den Arenen und zum Osdorfer Born abbiegen könnte. Groß Borstel und ganz direkt die neue Siedlung Tarpenbeker Ufer hätten U Bahnanschluss. „Im Rahmen der Machbarkeitsstudie sollte auch diese Querverbindung geprüft werden“, findet Claus-Joachim Dickow von der FDP-Gruppe.
SPD und Grüne sehen diesen Vorschlag kritisch, glauben nicht, dass sich ein U-Bahnanschluss an Groß Borstel rechnet. Das aber ist, laut Hamburger Hochbahn, so SPD und Grüne, eine Voraussetzung für den U-Bahnbau.

Grüne: Takt-Erhöhung


Außerdem müsse eine neue Bahn „von der Linienführung und der Bauweise in das umliegende Stadtgefüge passen“. Das Fazit von SPD und Grünen: „Bei allen drei Aspekten sind im Bezug auf den Stadtteil Groß Borstel große Schwierigkeiten zu erwarten.“ „Eine U-Bahn nach Groß Borstel ist nicht realistisch“, fasste der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Michael Werner-Boelz, zusammen. Statdessen setzt er auf eine Taktverdichtung der Buslinie 114. SPD und Grüne beantragten allgemein, „dass ein Konzept zur besseren Erschließung Groß Borstels mit dem ÖPNV entwickelt wird“. Der Antrag wurde beschlossen. Den FDP-Antrag unterstützten nur CDU und AfD. Er wurde daher abgelehnt. (ch)

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