„Flüchtlinge möglichst schnell integrieren“

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Ohne die Arbeit von Yama Wazir würde es vielen minderjährigen Flüchtlingen sicher schlechter gehen Foto: Grewe

Verein First Contact engagiert sich seit sechs Jahren für jugendliche Migranten in Hamburg

Hamburg Er war selbst erst zehn Jahre alt, als er 1985 als Flüchtling aus Afghanistan nach Hamburg kam: Yama Waziri. In Deutschland machte er das Abitur und schließlich nach einem Studium sogar sein Diplom als Sozial-Pädagoge. Yama Waziri ist heute 38 Jahre alt und voll in Deutschland integriert. Sein eigener positiver Lebensweg hat den engagierten jungen Mann veranlasst, 2008 den Verein First Contact e. V. zu gründen, dessen Vorsitzender er heute ist. Ziel ist es, in ehrenamtlicher Tätigkeit anderen minderjährigen Flüchtlingen zu helfen. Die Tätigkeit des Vereins ist heute wichtiger denn je, denn die Zahl der Minderjährigen, die über Schlepperbanden nach Hamburg geschleust werden, nimmt dramatisch zu. Wazari: „Waren es 2006 20 Flüchtlinge, so stieg die Zahl 2013 auf zirka 400 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an.“ Afghanistan, Syrien, Serbien und Albanien sind die Herkunftsländer, aus denen die meisten Minderjährigen kommen. Ohne Eltern, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, landen sie meistens erst mal in dem Kinder- und Jugendnotdienstheim in der Feuerbergstraße (KJND) in Ohlsdorf, direkt an der Grenze zu Alsterdorf. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung des Landesbetriebs Erziehung und Beratung (LEB).

Vorurteile abbauen

In der Vergangenheit wurden einigen minderjährigen Jugendlichen aus der Feuerbergstraße Straftaten vorgeworfen – das führte zu einer Diskriminierung der Teenager in der Öffentlichkeit. Für Yama Waziri ein wichtiger Grund, sich für diese Flüchtlinge zu engagieren: „Ich tue alles, damit sie in Zukunft ein besseres Leben haben.“ Er berät die Jugendlichen, dolmetscht, kümmert sich um Papiere und sucht eine Wohnung für sie. „Ganz wichtig ist, dass sie aus der Isolation herauskommen, hier mit anderen Jugendlichen Freundschaften schließen. Zirka 90 Prozent der jugendlichen Flüchtlinge entwickeln sich positiv“, betont Wazari.
Vier Jugendliche, die alle aus Afghanistan kommen und vorrübergehend in der Feuerbergstraße gewohnt haben, sind beispielhaft für die erfolgreiche Arbeit von First Contact: Nasrat Khan (18) lebt seit zwei Jahren in Hamburg, zurzeit in einer Jugendwohnung in Harburg. Er will jetzt seinen Realschulabschluss machen. „Deutschland ist meine zweite Heimat geworden“, betont Nasrat. Auch Tayyab Safi (17) will seinen Realschulabschluss machen. Er kam vor einem Jahr aus Afghanistan und wohnt heute in einem Jugendheim im Lattenkamp. Toufia Arab (18) lebt seit zwei Jahren in Hamburg, heute auch im Jugendheim im Lattenkamp. Er sucht dieses Jahr eine Ausbildungsstelle als Mechatroniker. Einer, der sogar auf dem Weg zum Abitur ist, ist Anon Hosseine (20), seit vier Jahren in Deutschland. Er hat seit einem Jahr in Barmbek-Süd eine eigene Wohnung.
Ohne die Hilfe von Yama Waziri hätten viele Flüchtlinge die Integration in Deutschland nicht so reibungslos geschafft. Er organisiert zum Beispiel Fußball- und Kricket-Turniere. „Bei vielen jungen Menschen ist Sport ein schnell verbindendes Mittel um Kontakt aufzubauen.“ So spielen Nasrat, Tayyab und Toufia zusammen in einer Kricketmannschaft und haben schon an diversen Kricketturnieren in Deutschland teilgenommen und dabei viele Freundschaften geschlossen. Weitere Informationen zur Vereinsarbeit unter firstcontact-ev.com. (eg)
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