Flüchtlingsfrage: Loogestraße statt Seelemannpark

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Das Wochenblatt berichtete mehrfach über die Kontroverse zur geplanten Unterkunft im Seelemannpark Archivfoto: wb
Hamburg: Loogestraße |

Zentraler Koordinierungsstab setzt in Eppendorf nun auf einen Standort für die Unterbringung von Geflüchteten

Eppendorf Überraschung in der Eppendorfer Flüchtlingsfrage: Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) bevorzugt den Standort Loogestraße für eine Unterkunft in Eppendorf (das Wochenblatt berichtete). Da die Anzahl der Geflüchteten zurückgegangen ist, begnügt sich der ZKF zunächst mit diesem Standort. Der Seelemannpark, der bisher für die Aufstellung von Containern im Gespräch war, rangiert nun nur noch als Aushilfsfläche, falls sich die Anzahl der Geflüchteten in Hamburg wieder erhöhen sollte. Das gab Anselm Sprandel, der Leiter der ZKF, in der öffentlichen Anhörung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft Seelemannpark/Loogestraße im Rahmen des Regionalausschusses Eppendorf/Winterhude bekannt. Im voll besetzten Sitzungssaal des Bezirksamtes Hamburg-Nord nahm er mit dieser Äußerung der mit Spannung erwarteten Diskussion die Schärfe, denn die meisten Anwesenden, ob sie nun Gegner oder Befürworter des Seelemannparks als Flüchtlingsunterkunft waren, konnten die Grünfläche zwischen Loogestraße und U-Bahntrasse als Standort für eine Unterbringung von Geflüchteten grundsätzlich befürworten.

Platz für 104 Geflüchtete


Auf der Fläche an der Loogestraße können 104 Geflüchtete in zwei dreigeschossigen Containern für mindestens zehn Jahre untergebracht werden. Im Seelemannpark würden dagegen nur 88 Menschen in zwei- bis dreigeschossigen Containern für lediglich drei Jahre Unterkunft finden. Beide Standorte liegen an U-Bahntrassen. Die Dauer der Unterbringung und damit die Wirtschaftlichkeit des Standortes sprachen in der Abwägung der ZKF für die Loogestraße, die von den Mehrheitsparteien in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, SPD und Grüne, bislang nur als zusätzlicher Standort zum Seelemannpark betrachtet worden war. Anwohner des Seelemannparks und die CDU forderten die gänzliche Streichung des unter Denkmalschutz stehenden Parks aus der Liste potentieller Standorte für Flüchtlingsunterkünfte, unterstützt von Vertretern des Denkmalrates und des Vereins für Denkmalpflege, die irreparable Schäden des Parks bei einer Belegung mit Wohncontainern voraussagten. Doch Anselm Sprandel kündigte an: „Wir werden den Seelemannpark zu Ende planen, für den Fall, dass mehr Geflüchtete kommen“, um nicht wieder in eine „unvorbereitete Situation zu kommen.“ Er rechnet mit Kosten von 30.000 Euro pro Flüchtlingsplatz. Mit Bauarbeiten an der Loogestraße kann erst Mitte des Jahres, nach der Beendigung einer Nutzung der Fläche durch Container für die Kindertagesstätte Haynspark begonnen werden, die hier derzeit wegen einer Überschwemmung der Kitaräume untergebracht ist. Frühestens 2018 könnten Geflüchtete an der Loogestraße einziehen. (ch)

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