Frankophiles aus Groß Borstel

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Sophie Bonnet in Eppendorf. Hier hat sie lange gelebt, bevor sie nach Groß Borstel zog Foto: Hanke
 
Das Buchcover

Autorin Sophie Bonnet verbindet ihre spannende Krimikost mit Kulinarischem à la francais

Hamburg. Die Groß Borstlerin Sophie Bonnet schreibt am liebsten über die Provence. Keine Reiseführer, sondern Kriminalromane. Mit makabren und ganz praktischen kulinarischen Details. In ihrem neusten Roman „Provenzialische Verwicklungen“ wird der Lokalcasanova zum Beispiel leblos in einem Weintank aufgefunden. Neben ihm liegt ein Rezept für ein Coq au vin. Das alle Interessierten nachkochen können. Die Anleitungen für die in ihren Büchern beschriebenen Gerichte sind auf Sophie Bonnets Internetseite nachzulesen. Das Schreiben und das Kochen - das sind die Leidenschaften der Autorin, die seit zwölf Jahren in Groß Borstel zuhause ist. Diesen Stadtteil findet Sophie Bonnet fast so schön wie die Provence. „Das ist wie auf dem Lande in der Stadt“, schwärmt Sophie Bonnet. Vorher lebte Sophie Bonnet in Eppendorf.
Mit „Provenzialische Verwicklungen“ ist sie in den Autorenhimmel aufgestiegen, wurde erstmals auf der Spiegel-Bestsellerliste geführt. 20 Wochen hielt sich die mörderische Geschichte, die der ehemalige Pariser Kommissar Pierre Durand aufzuklären hatte, eine neue Serienfigur, um die Sophie Bonnet nun unendlich viele Geschichten schreiben darf. Darüber hat sie jetzt einen Festvertrag mit ihrem Verlag. Der Traumzustand für eine Autorin. Finanziell abgesichert darf sie über ihre Lieblingsregion schreiben. Kein Wunder, dass Sophie Bonnet gerade im siebten Himmel schwebt: „Ich habe eine tolle Familie und kann schreiben, ohne später nur von den Verkaufszahlen leben zu müssen.“ Bis dahin war es ein langer, mit harter Arbeit gepflasterter Weg. Sophie Bonnet, die eigentlich Heike Koschyk heißt, wollte schon immer Schriftstellerin werden, hat sich in ihrer Jugend, die sie in Hamburg, Travemünde und München verlebte, aber noch nicht getraut. Sie studierte Germanistik und Sinologie, wollte Auslandskorrespondentin in China werden. „Dann geriet ich in die Modebranche und gründete eine eigene Agentur“, berichtet die freundliche, stets lebhaft erzählende blonde Autorin. Aber irgendwann wurde ihr diese Tätigkeit zu oberflächlich. Heike Koschyk machte eine Ausbildung als Heilpraktikerin und wurde Dozentin für diese medizinische Richtung. Dann das Schlüsselerlebnis: „Als ich ein Buch für einen Fachverlag geschrieben hatte, das sofort angenommen wurde, merkte ich: es geht ja.“ Nun legte Heike Koschyk los, schrieb einen Roman - und musste sofort einen Rückschlag einstecken. „Der blieb in der Schublade. Erst mein zweiter Roman fand einen Verlag“, erzählt Sophie Bonnet, die beauftragt wurde, eine Biografie über Hildegard von Bingen zu schreiben:„Weil ich einen Thriller geschrieben hatte und Heilpraktikerin war.“ Glücklicherweise war ihre Mutter eine Verehrerin der eigenwilligen Nonne aus dem 12. Jahrhundert und wusste alles über sie. Nach diesem ersten Bucherfolg schrieb Heike Koschyk zwei historische Kriminalromane über Problemfälle der Geschichte, zu denen sie keine befriedigenden Antworten gefunden hatte. Dann brach sich die Provence Bahn. „Seit 1995 fahre ich mindestens alle zwei Jahre in die Provence. Ich liebe diese Gegend“, erzählt Sophie Bonnet, die für ihren ersten Roman über ihre Lieblingsorte ihr französisches Pseudonym annahm. (ch)
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