Freiwilliges Jahr im Goldbekhaus

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Die 19-jährige Laura Stöckel hat im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs im Goldbekhaus ein Literaturworkshop für Kinder organisiert.Foto: ab

Schülerin organisiert Kulturworkshop für Kinder

Winterhude. Nach dem Abschluss der Schule, haben die meisten Jugendlichen vor allem eines nicht mehr: Lust auf graue Theorie. So erging es auch Laura Stöckel nach dem Abitur in ihrer Heimat Oldenburg. Sie hörte von der Möglichkeit, sich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs im kulturellen Bereich (FSJ Kultur) zu engagieren. Ein Jahr, in dem weniger theoretisch gelernt, als vielmehr vorwiegend praktisch gearbeitet wird. Laura bewarb sich beim Goldbekhaus in Winterhude. Mit Erfolg: Seit September vergangenen Jahres ist sie in den Alltag des Kulturzentrums eingetaucht. „Ich war mir nach dem Abi noch nicht sicher, wohin mein Weg geht. Da ich mich aber schon immer für Kultur und Kunst interessiert habe, hielt ich das FSJ Kultur für eine spannende Möglichkeit, in die Arbeit einer kulturellen Einrichtung reinzuschnuppern“, erzählt die 19-Jährige. Und das, im Vergleich zu einem Praktikum, ganz ohne Zeitdruck. Ein weiterer Unterschied: Die Arbeit ist eine Form von bürgerlichem Engagement, in dem die Absolventen etwas für sich und andere Menschen tun. Koordiniert wird die Vergabe der Plätze in Norddeutschland von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen (Infos unter www.lkjnds.de). Seit 2001 gibt es das Freiwillige Soziale Jahr im Bereich Kultur, das von Jugendlichen zwischen 16 bis 27 Jahren als Bildungs- oder Orientierungsjahr genutzt wird. Bei Laura ist die zweite Halbzeit angebrochen. Zeit für eine Zwischenbilanz: „Bislang wurden meine Erwartungen übertroffen. Ich war doch überrascht, wie vielseitig das Goldbekhaus ist“, sagt sie. Besonders schätze sie die angenehme Zusammenarbeit im Team, dass ihr sehr viel Freiraum gelassen wird, sie immer ein offenes Ohr für ihre Fragen hat und dass sie in ihrer Position ernst genommen wird. Hauptsächlich ist sie im Kinderkulturbereich des Goldbekhaus tätig. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem Büroarbeiten, Planung und Begleitung von Projekten und Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt hat die Abiturientin ihr eigenes Projekt auf die Beine gestellt: ein Literatur-Workshop für Kinder – den Mut Macher Club. Dass sich Laura für das Thema Mut entschieden hat, hat einen guten Grund: „Ich habe mich bei der Auswahl des Themas an dem diesjährigen Motto des Goldbekhaus, der Gratwanderung, orientiert. Im Workshop sollten sich die Kinder erst einmal mit dem Thema Mut auseinandersetzen. Was bedeutet Mut überhaupt? Und wer ist für sie eine mutige Person?“, erklärt sie. Zusammen mit Freundin Sarah Heuberger, die zurzeit ein FSJ Kultur in der Alfred Toepfer Stiftung absolviert, organisierte und betreute Laura den dreitägigen Workshop in den Maiferien. Als professionelle Unterstützung konnten sie Birte Müller gewinnen. Die im Goldbekhof ansässige Autorin und Kinderbuch-Illustration gab den insgesamt 13 Teilnehmern im Alter von acht bis elf Jahren Einblicke in ihren Beruf und führte sie an das Geschichtenschreiben und Illustrieren heran. Das Ergebnis sind phantasievolle Mut-Mach-Geschichten mit kreativen Bildern, vereint in einem gebundenen DIN-A4 Buch. Ihre Werke präsentiert der Literaturnachwuchs am Mittwoch, 16. Mai, um 17 Uhr in der Bücherhalle in Winterhude (mehr Infos unter www.goldbekhaus.de). Laura hat das eigenverantwortliche Projekt nicht nur viel Spaß gemacht: „Es hat mir gezeigt, dass mir vor allem die Planung und Organisation von kulturellen Veranstaltungen liegt.“ Neben einem bunten Strauß an Erfahrungen ist Laura auch um eine Erkenntnis reicher: Kulturwissenschaften möchte sie studieren – am liebsten in Hamburg. (ab)
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