Frust über Rad-Raser in Eppendorf

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Rasende Radler gefährden auch Passanten mit Kinderwagen Fotos: Hanke
 
Edith Aufdembrinke, Björk Torre und Thomas Niederbremer (v.l.) möchten die Brücke im Haynspark für Radfahrer sperren lassen Foto: Hanke
Hamburg: Haynspark Eppendorf |

Anwohner und Nutzer klagen – Hamburger Polizei soll stärker kontrollieren

Christian Hanke
Eppendorf
Der Haynspark und die Meenkwiese sind kleine grüne Oasen an der Alster, in denen man sich eigentlich nur wohlfühlen kann. Doch viele Parknutzer sind zunehmend über andere mobile Teilnehmer verärgert: die Radfahrer. Sie dürfen den Park befahren, aber sie werden immer schneller – und es werden immer mehr. „Das ist wie eine Autobahn“, findet Edith Aufdembrinke, die mit Freunden am Verbindungsweg zwischen Haynspark und Meenkwiese sitzt. Hier ist die Situation besonders brenzlig, denn der Verbindungsweg führt über eine knapp zwei Meter schmale, leicht gebogene Brücke. „Die Radler kommen mit voll Stoff über die Brücke, auch weil sie hier eine Steigung bewältigen müssen“, erzählt Aufdembrinke. Und kollidieren hier leicht mit Fußgängern.

Kinder und Ältere gefährdet

Besonders gefährlich für ältere Menschen und kleine Kinder. Die jüngsten Parkgäste halten sich im Sommer oft nahe der Brücke auf, da sich hier ein Planschbecken befindet. Außerdem ist eine Kindertagesstätte in der Nähe „Das ist ein Kinderpark“, erläutert Anwohner Thomas Niederbremer. „Wo Kinder laufen, haben Radfahrer nichts zu suchen“, findet Björg Torke, der hier das Bootshaus Barmeier mit Gastronomie betreibt. Zumindest die, die mit großer Geschwindigkeit durch den Park rasen, oft mit Kopfhörern, ganz auf sich und das Gehörte konzentriert. „Die nehmen ihre Umgebung gar nicht mehr wahr“, vermutet Aufdembrinke. „Von hinten wird man angeklingelt und angepöbelt. Das ist respektlos“, ereifert sich Thomas Niederbremer, der schon Radsportgruppen beobachtet hat, die im Pulk durch den Park rasen, um auf den kleinen Hügel auf der Meenkwiese zu fahren. „Die sehen die Brücke und den Hügel als sportliche Herausforderung“, erzählt Niederbremer. Eine alte Dame und ein Herr in mittleren Jahren wurden kürzlich in Eppendorf nahe der Alster von Radlern angefahren, die sich danach aus dem Staub gemacht hätten.

Parks sind keine Straßen

Da Fahrräder keine Kennzeichen haben, sind sie nicht zu identifizieren. Edith Aufdembrinke hat nichts gegen Radler im Park, aber etwas gegen Radler, die durch Parks rasen. Und von denen, hat sie beobachtet, gibt es seit fünf, sechs Jahren immer mehr. „Parks sind keine Straßen“, findet Edith Aufdembrinke, die möchte, dass sich die Radfahrer an die Regeln halten, die es gibt und bei deren Nichteinhaltung wie bei Autofahrern ein Strafkatalog greift. Daher fordert sie, den Verbindungsweg zwischen Meenkwiese und Haynspark mit der Brücke als Durchgangsstrecke für Radler zu sperren. Thomas Niederbremer hat seine Erlebnisse mit aggressiven Radlern jetzt zusammengefasst und dem Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord vorgelegt. Die Fraktionen haben noch Beratungsbedarf und werden voraussichtlich in der nächsten Sitzung entscheiden. Egbert Willing, der Leiter des Managements des öffentlichen Raumes in Hamburg-Nord, hat bereits zugesagt, die Radfahrer in Haynspark und Meenkwiese gemeinsam mit der Polizei genauer zu beobachten.
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1 Kommentar
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Michael Deiwick aus Eppendorf | 06.06.2017 | 15:22  
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