Für bessere Hygiene in Hamburg

Anzeige
Gesundheitswissenschaftlerin Monika Maaß, eine der Leiterinnen des MRE-Netzwerkes Foto: Hanke

Netzwerk gegen multiresistente Keime

Hamburg. Antibiotika hieß jahrelang ein Zauberwort der Medizin. Mit Antibiotika schien jede Krankheit besiegbar. Darum wurde es von Medizinern teilweise reichlich verteilt. Mit dem Ergebnis, dass Krankheitserreger gegen die Wundermittel Resistenzen entwickelten. Nun gibt es ein Problem, das immer größer wird. 2005 infizierten sich rund drei Millionen Europäer mit Bakterien, die gegen bekannte Antibiotika resistent sind. 50.000 starben. Auch durch die Tiermast entstehen die resistenten Bakterien. Sie werden unter dem Begriff multiresistente Erreger (MRE) zusammengefasst. In Hamburg arbeitet seit 2013 das MRE-Netzwerk daran, die Akteure, die mit diesen gefährlichen Erregern zu tun haben, zusammenzubringen, um Prävention und Schutz zu verbessern. Das Gesundheitsamt Hamburg-Nord koordiniert diese Treffen und Gespräche, weil Hamburg-Nord über die meisten Hamburger Krankenhäuser und -betten verfügt (Neun Krankenhäuser mit 5.195 Betten) und außerdem auch für zwei Krankenhäuser und zwei Privatkliniken in Harburg zuständig ist.

Auch Pflegedienste sind dabei

Das Gesundheitsamt Hamburg-Nord überwacht damit 30,6 Prozent der Hamburger Krankenhäuser mit über 50 Prozent der Betten und 28 Prozent der Privatkliniken der Stadt mit 41 Prozent der Betten.
Die Abteilung Krankenhaushygiene Hamburg-Nord war deshalb prädestiniert, um das MRE-Netzwerk aufzubauen. Es besteht aus Arbeitsgruppen der Krankenhäuser, der niedergelassenen Ärzte und der Wohn- und Pflegeeinrichtungen, die Vertreter in eine Sektorenübergreifende Gruppe entsenden, das Entscheidungsgremium des Netzwerks, in dem auch Ambulante Pflegedienste und Vertreter der Krankenhaustransporte und Rettungsdienste vertreten sind. Sollten sich weitere Interessierte für die Zusammenarbeit melden, sind sie herzlich willkommen. „Niemand wird ausgeschlossen“, versichert Gesundheitswissenschaftlerin Monika Maaß, die gemeinsam mit der Leiterin des Gesundheitsamtes Hamburg-Nord, der Ärztin Dr. Kirsten Bollongino, das MRE-Netzwerk moderiert. Mitglieder des Netzwerkes sind noch eine Reihe weiterer Institutionen.

Flyer und Pläne

In den Arbeitsgruppen findet „ein großer fachlicher Austausch“ statt, so Monika Maaß. Da berichten die einzelnen Krankenhäuser, Ärzte und Pflegeeinrichtungen, wie bei ihnen mit MRE umgegangen wird und es werden daraus Schlussfolgerungen für ein einheitliches Vorgehen gezogen. „Da wird sehr offen diskutiert“, berichtet Monika Maaß. Die sektorenübergreifende Gruppe erarbeitet hilfreiche Veröffentlichungen wie zum Beispiel einen Patienten-Begleitbogen für Ärzte und für Krankentransporte und einen Rahmenhygieneplan für Pflegeeinrichtungen, der Mindeststandards enthält.
Für diese Arbeiten sind die Mitglieder des MRE-Netzwerkes weit über ihre beruflichen Tätigkeiten im Einsatz. Die Arbeitsgruppen und die sektorenübergreifende Gruppe treffen sich in der Regel alle zwei Monate, mindestens dreimal im Jahr. „Wir sind Enthusiasten. Es ist uns eine Herzensangelegenheit“, begründet Monika Maaß den großen Einsatz und ist sich sicher:„Wenn wir das, was wir angefangen haben, konsequent weiterarbeiten, ist das schon ein großer Schritt. Wir wollen dazu beitragen, dass sich multiresistente Erreger nicht weiter ausbreiten.“ (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige