Gartenparadies am Grindel

Anzeige
Hans-Hermann Harms hat seinen Garten in ein Biotop mit Molchen umgewandelt. Foto: Hanke

Trotz Streit am Rande freuen sich Mieter über grüne Oase

Von Christian Hanke
Grindel. Was für eine Pracht! Der Innenbereich des Häuserblocks Gustav-Falke-Straße / Schlankreye /Helene-Lange-Straße / Grindelberg gleicht seit kurzem einem Gartenparadies: wie ein großer Park mit Rosen- und vielen anderen Sträuchern, mit einer Boulebahn, einem Spielplatz und Hamburgs kleinsten Naturschutzgebiet. Wer hier lebt, in einer der 169 Genossenschaftswohnungen, der hat´s nun grün. In den letzten 18 Monaten wurden die Häuserblocks der Wohnungsgenossenschaft von 1904 e.G. (WoGe) umfassend saniert. Ein Wärmedämmverbundsystem sorgt nun für ökologischen Fortschritt. Gleichzeitig wurden aber auch die alten Fassaden mit den Zierelementen erhalten. „Das war keine einfache, leicht strukturierte Modernisierung. Hier wurde mit viel Liebe, Verstand und Hingabe gearbeitet“, lobte Torsten Sevecke, der Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel, beim Modernisierungsabschlussfest mit vielen Mieterinnen und Mietern in ihrem neuen Freizeitparadies. Die Gestaltung dieses Innenbereiches war nicht unproblematisch gewesen. Hier befanden sich ursprünglich zehn Kleingartenparzellen, die die WoGe der Stadt für das Doppelte des ursprünglich angedachten Preises abkaufen musste, weil zwischenzeitlch der Verdacht aufgekommen war, dass der als Bauland ausgeschriebene Innenhof bebaut werden sollte. Begehrlichkeiten eines in der Nachbarschaft tätigen Baukonzerns hatten den Preis in die Höhe getrieben. „Es war immer beabsichtigt, die Kleingärten in einen großen Gemeinschaftsgarten mit Spielplatz und Boulebahn umzubauen“, betonte dazu Klaus Weise, Vorstandsmitglied der WoGe. Dabei hat Hans-Hermann Harms seinen Garten behalten, den das NABU-Mitglied in einen Biotop mit einigen Molchen umgebaut hat. Beim Modernisierungsabschlußfest bot er stündlich Führungen durch seinen Garten an.
Misstöne waren auch entstanden, weil einige Mieter, laut WoGe nur eine Mieterin, nicht zu diesem Fest eingeladen worden waren. Mieter, die sich kritisch zur Sanierung geäußert und über die von WoGe angebotenene Mietminderung noch einen weiteren Monat geringere Miete gefordert hatten. „Da ist auch für uns eine Grenze erreicht. Wir haben zwar gezahlt, aber die Mieterin hat sich damit aus der Solidargemeinschaft Genossenschaft ausgeschlossen. Deshalb wurde sie nicht eingeladen“, erläuterte Klaus Weise die Position der WoGe. Bei aller Kritik freuen sich aber auch die „Dissidenten“ über den wunderschönen Garten. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige