Gedenken an Komponisten

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Vera Ligeti, die Frau des Komponisten György Ligeti, enthüllte die Gedenktafel an ihren Mann an dem Haus Mövenstraße 3, in dem György Ligeti 30 Jahre lang gelebt hat Foto: Hanke

Tafel in der Mövenstraße erinnert an György Ligeti (1923 – 2006)

Winterhude Am Haus Mövenstraße 3 erinnert seit kurzem eine Gedenktafel an den Komponisten György Ligeti (1923-2006), der in dem schlichten Bau, umgeben von alten Villen 30 Jahre gewohnt und gearbeitet hat. Damit hat der in Siebenbürgen geborene Ligeti länger als irgendein anderer namhafter Komponist außer Georg Philipp Telemann (1681 - 1967) in Hamburg gewirkt. Professor Peter Petersen vom Institut für Historische Musikwissenschaft, der den Text der Gedenktafel entworfen hatte, hält Ligeti für einen der bedeutensten Komponisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In Hamburg schrieb er seine wichtigsten Werke, unter anderem seine einzige Oper „Le Grand Macabre“. 1973 war der Komponist rumänisch-ungarisch-jüdischer Herkunft, der in Rumänien und Ungarn unter Nazi-Terror und kommunistischer Herrschaft gelitten hatte und 1956 nach Österreich geflohen war, an die Hamburger Musikhochschule berufen worden, an der er bis 1989 wirkte. Bis 2002 blieb er in Hamburg, das er sehr schätzte.
Zeitlebens war Ligeti ein entschiedener Gegner ideologischer Diktaturen. „Die Würde des Menschen war für ihn unantastbar“, sagte der Musikwissenschaftler Constantin Floros bei der Feierstunde. Ligetis Witwe, Dr. Vera Ligeti, enthüllte die Gedenktafel, gemeinsam mit Peter Hess, der die Tafel gestiftet hat. Es ist die fünfte Gedenktafel, die Hess für bedeutende Künstler stiftete, die in Hamburg gewirkt haben. Für das Highlight der Enthüllungszeremonie sorgte die Musikerin Anna Kreetta Gribajcevic, die zwei Stücke aus Ligetis Sonate für Viola solo von 1991/94 spielte. (ch)
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