Gefährliche Ecke Hallerstraße

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Radler fahren lieber auf dem Gehweg als auf der viel befahrenen Hallerstraße Fotos: mdt

Radler kontra Fußgänger. Wochenblatt erfuhr: Großer Umbau ab 2017 geplant

Harvestehude Erst links, dann rechts, dann wieder links – Bevor Anwohner der Hallerstraße auf den Gehweg treten, schauen sie sich erst vorsichtig um. Nur ein unbedachter Moment könnte in einem schmerzhaften Zusammenstoß mit einem Radfahrer enden. Die fahren nämlich auf dem Stück zwischen Rotherbaum bis Beim Schlump konsequent auf dem Fußgängerweg. Anwohner Uwe Weidner wurde bereits von einem Radler angefahren. Dem Rad-Reporter des Wochenblatts zeigte der Eppendorfer die Stelle.
Durch eine Hecke am Gehweg ist der Eingang zum Wohnhaus kaum einsehbar. Verlassen Bewohner das Haus, stehen sie schon mitten auf dem Gehweg, bevor sie überhaupt sehen, ob der Weg frei ist. Eine Situation, die durch den regen Radverkehr noch gefährlicher wird. „Ich habe sogar schon meinem Hund beigebracht, am Gehweg stehen zu bleiben“, sagt Uwe Weidner. Der 52-Jährige ärgert sich über die vielen Radfahrer, er weiß aber auch, warum diese auf dem Gehweg fahren. „Auf der Hallerstraße würde ich selbst auch nicht mit dem Rad fahren“, sagt der Naturwissenschaftler. Die vierspurige Straße gehört zu den Hauptverbindungsachsen westlich der Alster. Vom Mittelweg fahren täglich rund 23.000 Pkw Richtung Schlump hin und zurück. Zudem wird in dem Bereich laut Uwe Weidner das „Bauminselparken“ immer beliebter. Dabei parken
– meist Anwohner – vor kleinen Grünstreifen auf der Fahrbahn. Fahrradfahrer müssen so immer wieder auf die zweite Spur ausweichen und mitten auf der Straße fahren. Besonders ältere Radfahrer trauen sich das Fahren auf der Straße, auf der Autofahrer häufig schneller als die erlaubten 50 km/h unterwegs sind, nicht mehr zu.
Auch bei dem Interview vor Ort fahren fast alle Radfahrer auf dem Gehweg. Dabei ist die letzte Sanierung noch nicht lange her. „2011 wurde auf dem Abschnitt die Fahrbahn erneuert. Viele haben damals auf Radstreifen gehofft“, sagt Uwe Weidner. Aus der Verkehrsbehörde heißt es, dass die Planer damals keine Zeit für eine solche Neugestaltung hatten, da eine Sperrung der Straße vermieden werden sollte und die Bauarbeiten entsprechend kurzfristig beginnen mussten.
Auf Nachfrage des Wochenblatts kam nun heraus, dass der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer bereits Radstreifen in dem Bereich plant. Baubeginn soll demnach 2017 sein. Dabei wird auch die Fahrbahn zwischen Grindelallee und Rothenbaumchaussee von vier auf zwei Fahrstreifen zurückgebaut werden. Bis dahin müssen Anwohner achtsam bleiben. (mdt)

Der Rad-Reporter:
Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Rad-Reporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen.
Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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2 Kommentare
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kai dirksen aus Eppendorf | 10.09.2015 | 01:50  
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kai dirksen aus Eppendorf | 10.09.2015 | 01:51  
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