Gefährliche Radwege

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Winterhuder Marktplatz: Andrea Kupke (ADFC) den Radweg zwischen Bushaltestelle und Marktfläche für gefährlich. Wenn jetzt ein Fußgänger entgegenkommt... Foto: Hanke

Andrea Kupke (ADFC) auf Testfahrt: „Fahrradoffensive dringend nötig“

Von Christian Hanke
Winterhude
SPD und Grüne haben in ihren Koalitionsverhandlungen eine rot-grüne Fahrradoffensive beschlossen. Der Ausbau des Radwegenetzes gehört zu den wichtigsten Zielen in Sachen Verkehr. Wo muss die Offensive in Winterhude ansetzen, wo muss hier der Radverkehr verbessert werden? An vielen Stellen, heißt es beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC). In Winterhude wurde noch wenig für bessere Radwegeführungen getan, findet Andrea Kupke, die ehrenamtlich tätige ADFC-Sprecherin der Gruppe Hamburg-Nord. Immerhin wurde gerade eine Verbesserung für die Radwegeführung im Wiesendamm beschlossen. Dort sollen die alten Radwege auf der südlichen Seite zwischen Goldbekufer und Saarlandstraße durch auf der Fahrbahn markierte Radfahrstreifen ersetzt werden. Für den ADFC ist das die Lösung für die Zukunft, die tendenziell auch als „Radverkehrsstrategie für Hamburg“ 2008 von allen Parteien in der Bürgerschaft beschlossen wurde.

Vorsicht Kurven!


In Hamburg sollen demnach vermehrt Radfahrstreifen auf die Fahrbahn verlegt werden. „Die vorhandenen Radwege sind in der Regel in schlechtem Zustand und zu schmal. Bei Einmündungen und Kreuzungen wurden sie oft so verschwenkt, dass sie in Kurven an Bäumen und Stromkästen vorbeiführen. Rechts abbiegende Autofahrer können die querenden Radfahrer deshalb oft nur schlecht sehen. In diesen Situationen passieren die meisten Unfälle mit Radfahrern, einige endeten im vorigen Jahr tödlich“, erzählt Andrea Kupke. Gefährlich wird´s für Radler zum Beispiel an der Einmündung Dorotheenstraße in die Barmbeker Straße. Der Radweg wird kurvenreich an die Dorotheenstraße herangeführt, ist zu schmal. Ganz kompliziert ist das Linksabbiegen aus Richtung Winterhuder Marktplatz in den Grasweg in Richtung Stadtpark. Korrekt fahrende Radler müssen zwei Ampeln überqueren und ein kleines Stück zurück zum Grasweg fahren. Die meisten fahren stattdessen auf der linken Seite der Barmbeker Straße weiter, gefährden damit sich und andere, denn Autofahrer rechnen nicht mit querenden Radlern auf der linken Seite der Fahrbahn. Deshalb ist das Fahren dort auch verboten.
Auf den Radwegen kollidieren Radler aber nicht nur mit Autofahrern, sondern oft auch mit Fußgängern. Wie zum Beispiel am Winterhuder Marktplatz. Die Radfahrer radeln zwischen Bushaltestellenunterstand und der Marktfläche hindurch. Diese Strecke ist der direkte, schnellste Weg, um den Marktplatz zu überqueren und wird auch von vielen Fußgängern genutzt.
Gefahren drohen Radlern auch in der Sierichstraße. Der Radweg führt direkt an der Fahrbahn entlang, ist teilweise in sehr schlechtem Zustand und zu schmal. Dennoch ist ein Beschluss des Regionalausschusses Eppendorf/Winterhude nach Verbesserung des Radverkehrs in der Sierichstraße von der Verkehrsbehörde nicht aufgegriffen worden. Die Sierichstraße genießt derzeit keine Priorität. Es steht zu wenig Personal für die Ausarbeitung eines neuen Konzepts für die Sierichstraße zur Verfügung. Außerdem gäbe es ausreichende Alternativrouten, argumentiert die Fachbehörde.
Ein von der Fahrbahn abmarkierter Radfahrstreifen, den SPD und Grüne gefordert hatten, sei aus Platzgründen in der Sierichstraße nicht möglich, lässt die Behörde außerdem verlauten: zu viele Bäume und parkende Autos.

„Für den Radverkehr wird immer nur dann etwas getan, wenn es dem Autoverkehr nicht wehtut.“ Andrea Kupke

„Für den Radverkehr wird immer nur dann etwas getan, wenn es dem Autoverkehr nicht wehtut“, findet Andrea Kupke, die für die Winterhuder Hauptstraßen neue Konzepte fordert. „Man muss sich die Barmbeker Straße, den Winterhuder Marktplatz und die Hudtwalckerstraße genau angucken. Hier kann man nicht einfach Radfahrstreifen auf die Fahrbahn verlegen. Der Straßenraum muss neu aufgeteilt werden“, meint die ADFC-Sprecherin. Es muss aber etwas passieren, findet Andrea Kupke, die im Übrigen auch den Ausbau der Veloroute 4 fordert, die Winterhude durchquert. „Alles dringend nötige Aufgaben für die neue Fahrradoffensive einer rot-grünen Regierung.“
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