Gefährliches Pflaster in Winterhude

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Diese Grundstücksüberfahrt in der Jarrestraße sollte umgebaut werden, finden Ursula Preuhs (r.) und Helmut Krumm vom Seniorenbeirat Hamburg-Nord. Hier bleiben Rollatoren stecken Foto: Hanke

Jarrestraße nicht barrierefrei

Winterhude

In der Jarrestraße lauern Stolperfallen und Hindernisse für ältere Menschen. Wer mit Gehhilfe oder Rollstuhl über eine Grundstücksüberfahrt zwischen Großheidestraße und Hauersweg rollen möchte, bleibt leicht zwischen den Pflastersteinen stecken. „Sehen Sie, die Räder tanzen auf den Steinen“, erläutert Helmut Krumm vom Seniorenbeirat Hamburg-Nord fachmännisch, als eine ältere Dame Mühe hat, mit ihrem Rollator über die Überfahrt zu kommen. „Das sind gespaltene Steine. Da bleiben die Rollstühle und Rollatoren zwischen den Steinen hängen“, erklärt Krumm. Eine Überfahrt weiter sieht es besser aus. „Hier sind die Steine abgeschliffen. Die können leicht überquert werden“, kommentiert Krumm. Nach den Plänen des Bezirksamtes Hamburg-Nord sollen beide Überfahrten wie einige mehr in der Jarrestraße im Rahmen des umfangreichen Programms „Barrierefreier Bezirk“ durch glatte Steine „barrierefrei“ gemacht werden. Die CDU ist allerdings dagegen. Vor allem müssten hohe Bordsteine abgesenkt und unebene Gehweg ausgebesert werden, findet der Winterhuder Bezirksabgeordnete Bernd Kroll. „Die historischen Grundstücksüberfahrten gehören zu Winterhude. Diese Steine werden noch heute verbaut. Die sind auch in der Jarrestraße super verlegt“, urteilt Kroll. Der Seniorenbeirat Hamburg-Nord sieht es differenzierter. Auch die Vorsitzende Ursula Preuhs möchte Altes erhalten „und da gehören auch die Straßen dazu“, findet sie, doch einige Grundstücksüberfahrten hält sie für so gefährlich, dass sie umgebaut werden sollten. „Es muss von Fall zu Fall entschieden werden. Wir müssen Kompromisse finden“, sagt Preuhs. Wie zum Beispiel bei der Berücksichtigung verschiedener Interessengruppen. Das Absenken der Bordsteine ist gut für Ältere, Gehbehinderte, aber fatal für Blinde. „Die brauchen eine gewisse Höhe, um zu merken, wo die Straße anfängt und aufhört“, erläutert Helmut Krumm. So sind Fußgängerüberwege auch in der Jarrestraße oft unterschiedlich in der Höhe gestaltet.

Personal fehlt


Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat sich in Sachen Barrierefreiheit viel vorgenommen und schon einige Maßnahmen umgesetzt. 150.000 Euro wurden für 2015 bewilligt. Für 2016 stehen erneut 150.000 Euro zur Verfügung. Vermutlich aber mehr, da nicht alle für 2015 geplanten Maßnahmen umgesetzt wurden. Es fehlt an Personal. Für Bernd Kroll ein Unding: „Wir bewilligen das Geld und die Maßnahmen können nicht umgesetzt.“ Die CDU will sich für eine Personalaufstockung einsetzen. (ch)
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 28.02.2016 | 11:43  
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