Gegen Wildwest-Parker

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Hier wird gerade falsch geparkt: Statt auf der Parkfläche wurde dieses Fahrzeug einfach auf der Straße abgestellt. Ein typisches Delikt, wie Thomas Simoleit und Reinhard Behrens (r.) wissen.Foto: Kuchenbecker
 
Reinhard Behrens zeigt auf das Schild 315, das Autofahrer gerne ignorieren. Foto: Kuchenbecker

Polizei verschärft Kontrollen: Abschlepp-Haken droht

Von Nicole Kuchenbecker

Winterhude. Die Polizei macht Ernst; jetzt droht Falschparkern der Abschlepp-Haken. Seit einer Woche informieren die Beamten der Polizeiwache am Wiesendamm die Anwohner über ihre Aktion: Gemeinsam mit der Feuerwehr Alsterdorf und Barmbek wollen sie in den nächsten Wochen Winterhudes Straßen verschärft kontrollieren. Wer die Rettungswagen blockiert, dem droht nicht nur der erhobene Zeigefinger.
Damit die Rettungswege frei bleiben und niemand zu Schaden kommt, wollen Thomas Simoleit und Reinhard Behrens vom Polizeikommissariat 33 nun eine große Sensibilitäts-Aktion starten. Bis Jahresende werden Polizei und Feuerwehr in unregelmäßigen Abständen mit Leiter- oder Rettungswagen durch Winterhudes Straßen fahren und kontrollieren, ob Rettungswege „frei“ befahrbar sind. Sollten sie dabei nicht mit den Fahrzeugen durchkommen, droht dem Falschparker neben einer Ermahnung auch das Abschleppen des Wagens. Doch zuerst soll, wenn möglich, der Halter des Fahrzeugs ausfindig gemacht und belehrt werden. Information und Aufklärung statt Bestrafung – so lautet das Motto der Beamten. Es gehe aber in erster Linie nicht darum, Delikte zu ahnden, erklärt Reinhard Behrens, Leiter der Dienstgruppe Operative Aufgaben. Ihm und seinen Kollegen sei es vielmehr wichtig, Anwohner auf die problematische Situation aufmerksam zu machen. Dabei hat Behrens viel Verständnis: „Wir wissen um die Parksituation in Winterhude.“ Zu wenig Parkplätze, zu viele Autos und vor allen Dingen immer größere Fahrzeuge, wie beispielsweise die sogenannten SUVs machen den Beamten das Leben nicht leichter. Oftmals würden durch diese schweren Fahrzeuge Gehwege „kaputt“ gemacht, denn die Platten sind nicht auf das Tragen dieser Autos ausgerichtet. Doch Rücksichtslosigkeit oder gar Unwissenheit der Autofahrer nehmen derzeit überhand.
Wild-West-Parken in Winterhude: Das Zuparken von Kreuzungen in der Jarrestadt oder auch das Querparken in den engen Wohnstraßen sowie in der zweiten Reihe am Wiesendamm gehören schon mit zum Alltag. Bislang war die Polizei recht tolerant, doch mit der Aufklärungsaktion wird sich dies ändern. Dabei haben die Beamten ein kleines Schildchen mit der offiziellen Bezeichnung ist Nummer 315 im Visier. Auf blauem Hintergrund ist darauf ein weißes Auto abgebildet. Je nach Variante parkt dieses Auto in Längs- oder Querrichtung der Fahrbahn, halb oder ganz auf dem Fußweg. Zum Leidwesen der Polizeibeamten wird dieses Schild gerne von Autofahrern ignoriert. Simoleit: „Dieses Schild ist verbindlich. Doch man hat das Gefühl, dass Autofahrer das maximal als Empfehlung nehmen. Und wo keines dieser Schilder steht oder keine Parkflächenmarkierungen vorhanden sind, darf man auch nicht parken.“
Das Team aus Polizei und Feuerwehr will bis Jahresende die Anwohner sensibilisieren, ihnen ihre Fehler aufzeigen und Abhilfe schaffen. „Wir können uns auch vorstellen, damit im Januar und Februar weiter zu machen“, lässt Simoleit das Aktionsende offen. Erst einmal wurden jetzt mit rund 1000 Hinweiszetteln die Anwohner der Straßen, die „auf jeden Fall“ kontrolliert werden, informiert. (nk)
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